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nicht sehe, nicht als ob Du sein bedürftest, sondern daß Du es theilhaftig machest Deiner Güte. In Dir selber bist Du, aus Dir selber bist Du selig, und Deine Seligkeit kann Dir nicht mehren noch mindern irgend etwas außer Dir. Vater! Du kannst Alles, der Du Alles aus Nichts gemacht, das in Nichts wieder verschwände, wenn es nicht gehalten würde von Deiner Hand. Allweiser! Nichts ist unsichtba vor Dir; offen und bloß liegt Alles vor Deinen Augen. Was da gut ist, das will ausströmen seine Güte; so gut bist Du, der Du, was Du bist, ganz in Dir selber bist, daß Du vor Liebes- und Gütefülle aus Dir heraustrittst, durch Alles ausgegossen, über Alles gebreitet mit Deiner Vorsehung. Ganz was Du, bist, bist Du im Ganzen Deiner Welt, ganz so in jedem ihrer Theile. Du bist größer als unsere Erkenntniß, und ist kein Gott außer Dir! Gott bist Du als Vater, Gott als Sohn und Gott als heiliger Geist. Drei Personen, doch drei Wesen nicht, nicht drei Herren, noch drei Götter; ein Herr, ein Gott, ein Wesen, eine Herrlichkeit. Und Herr, mein Gott, was bin ich, der aus Nichts Erschaffene? Staub und Asche bin ich, der ich lebe und doch todt bin in der Nacht meiner Unwissenheit, von Sünden voll, deren mehr sind, als die Haare meines Hauptes. Herr, mein Gott, wer bin ich denn? der ich ein Wurm nur bin vor Dir, dem Allmächtigen, Wundervollen, Unerforschlichen. Wer
Alles mit Gott!
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