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Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste und bei der Privat-Andacht
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des Leidens, des Todes 20.

würde, und ihr und der Hohen­priester Geschrei nahm überhand.

Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward; gedachte er dem Bolke genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte geschehe, nahm Was ser, und wusch die Hände vor dem Volke, und sprach: Ich bin unschul­dig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk, und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mordes willen war in's Gefängniß gewor­fen, um welchen sie baten; aber Jesum ließ er geißeln, und über­antwortete ihn, daß er gekreuzigt würde.

Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus, und riefen zuſam­men die ganze Schaar, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und seg­ten sie auf sein Haupt, und gå­ben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, spotteten ihn, und sprachen: Gegrüßt seist du, der Juden Kö­nig! und gaben ihm Backenstreiche, speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt.

Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn beraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an

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tes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Bon wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat's größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ibn losließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser.

Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Ebräisch aber Gabbatba. Es war aber der Rüsttag in Ostern um die fedste Stunde. Und er spricht zu den Ju­den: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freu­zigen? Die Hohenpriester antwor= teten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gekreuzigt würde.

4. Abtheilung.

ihm finde. Also ging Jesus heraus, Die Kreuzigung und der Tod und trug eine Dornenkrone und Pur­purkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener faben, schrieen fie und sprachen: Kreu­gige, Freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und Freuziget ihn! denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden ant­worteten ihm: Wir haben ein Ge­feß, und nach dem Gefeß soll er fler­ben; denn er hat sich selbst zu Got

Jesu.

a nahmen die Kriegsknechte Je= fum, den fte verspottet batten, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führten ihn hin, daß sie ihn kreu­zigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden fie einen Menschen, der vorüber ging, von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Bater