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Normalbuch für die Brüder und Schwestern des dritten Ordens des h. Franciscus / von e. Priester des Franciscaner-Ordens der sächsischen Provinz vom h. Kreuze. Mit Erlaubniß der Obern
Entstehung
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durch die drei Gelübde der Armuth, der Keuschheit und des Gehorsams noch vollständiger zu opfern. Wenn mehrere Gleichgesinnte sich fanden, so führten sie ein gemeinschaftliches Leben und bildeten eine kleine Gemeinde mit flösterlicher Zucht. Die meisten dieser klösterlichen Gemeinden widmeten sich den Werken der christlichen Nächstenliebe, besonders der Krankenpflege und der Erziehung der Jugend. Schon die h. Elisa­beth von Thüringen legte die drei Gelübde öffentlich ab; sie wird darum auch von den Klosterfrauen des dritten Ordens als Stifterin verehrt. Manche dieser klösterlichen Gemeinden beiderlei Geschlechtes sind von der Kirche approbirt und zu eigentlichen Orden mit feierlichen oder einfachen Gelübden erhoben worden, und man nennt sie zum Unterschiede von den in der Welt lebenden Tertiariern, regulirte Tertiarier." Die erste dieser von der Kirche approbirten Congre­gationen ist von der seligen Angelina, einer Gräfin Marsciani, im Jahre 1397 zu Foligno in Italien gegründet.

Wie alle menschlichen Einrichtungen, so war und ist auch der dritte Orden den Einflüssen der Zeit un­terworfen; bald blühte er durch wahre Frömmigkeit und Tugend, und dann gewann er auch an Ausdeh­nung und Einfluß; bald ergriff die allgemeine Er­schlaffung des religiösen und sittlichen Lebens auch seine Mitglieder. Obwohl auch dann noch viele fromme Seelen in demselben Gott treu dienten, so verlor sich doch bei andern Mitgliedern der wahre Geist, der Geist der Buße, des Gebetes und der Demuth; man begnügte sich mit den äußerlichen Gebräuchen des Ordens, ohne nach wahrer Tugend zu streben, und verlor sich in Lauheit und Weltfinn, oder in eine falsche Frömmigkeit, die den Schein, aber nicht das