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Normalbuch für die Brüder und Schwestern des dritten Ordens des h. Franciscus / von e. Priester des Franciscaner-Ordens der sächsischen Provinz vom h. Kreuze. Mit Erlaubniß der Obern
Entstehung
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Wie alles Gute in der Welt von dem Feinde des Guten angefeindet und bekämpft wird, so hat auch der dritte Orden durch das Feuer des Widerspruchs und der Verläumdung müssen geprüft werden. Dies war besonders im 14. Jahrhunderte der Fall. Schwär­merische Sekten, unter verschiedenen Namen; ſtifteten damals, irregeleitet vom Geiste der Lüge und der Finsterniß, großes Verderben an. Sie gaben sich für heilige, vollkommene Christen aus und bekleideten sich mit dem Schafspelze strenger Buße und Armuth, aber statt sich selber zu richten, richteten sie einen Richter­stuhl auf gegen Andere, besonders gegen die Vorsteher der Kirche, und erhoben sich in teuflischem Stolze über Alle, die ihnen nicht anhingen. Und da der Stolz keinen Gehorsam kennt, so empörten sie sich gegen die Vorschriften ihrer kirchlichen Obern, ver­warfen die heiligsten Lehren der Kirche, und fielen endlich wie es dem Stolze immer geht- in die Abgründe der gräulichsten Laster.

Da diese Sekten vielfach unter dem Namen des dritten Ordens auftraten, so gab die äußere Aehn­lichkeit Vielen Gelegenheit, auch den dritten Orden zu schmähen, zu verläumden und als kezzerisch zu verfol­gen. Doch der Papst Clemens V. nahm sich des Ordens im Jahre 1308 fräftig an, und gab dessen Regel neu heraus; auch der Papst Johannes XXII. erließ im Jahre 1309 an die ganze Kirche eine Bulle, in der dieser fromme Verein gerechtfertigt und ver­theidigt wurde.

Sehr merkwürdig ist es, daß sich aus dem dritten Orden des H. Franciscus im Laufe der Zeit viele neue klösterliche Gemeinden und Orden gebildet ha­ben. Viele Mitglieder desselben, fortschreitend von Tugend zu Tugend, fühlten den Drang, sich Gott