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Normalbuch für die Brüder und Schwestern des dritten Ordens des h. Franciscus / von e. Priester des Franciscaner-Ordens der sächsischen Provinz vom h. Kreuze. Mit Erlaubniß der Obern
Entstehung
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II. Kapitel.

Kurze Geschichte des dritten Ordens.

Der Erste, den der h. Vater Franciscus in den dritten Orden aufgenommen hat, war der sel. Lu­dhesius mit seiner Frau Bonadonna. Derselbe war ein Kaufmann und lebte zu Poggibonzi in Tos­kana, ganz ergeben den Werken der Andacht und der. Nächstenliebe. Dem Beispiele dieser frommen Eheleute folgte bald eine große Menge nach; und als der Papst Honorius III. die Regel im Jahre 1221 bestätigt hatte, breitete sich der Orden in kurzer Zeit so sehr aus, daß es fast keine Stadt, zuerst in Italien, dann in Frankreich, Spanien, Deutschland und den andern christlichen Ländern gab, in der nicht eine kleinere oder größere Gemeinde von Tertiariern sich gebildet hatte. Der in der Christenheit neu angefachte Geist der Frömmigkeit fand in dem dritten Orden das leichteſte Mittel, die Buße der Heiligen auch in der Welt nach­zuahmen. Durch diesen neuen Orden konnte ja jedes Haus ein Kloster, jedes Zimmer eine Zelle werden; Jeder konnte in seinem Stande bleiben und doch in den Ordensstand treten. Darum kamen denn auch aus jedem Stande Schaaren von eifrigen Christen und umgürteten sich mit dem Stricke der Buße: Soldaten und Priester, Bauersleute und Fürsten, Jungfrauen, Wittwen, Frauen, Jünglinge und Greise. Unter die­sen sind sehr Viele, die durch ihre Stellung oder Be­gabung den ersten Rang in der menschlichen Gesell­schaft einnahmen. Bloß die Congregation von Madrid zählte im Jahre 1689 an 25,000 Mitglieder, darunter Viele aus den höchsten Ständen. Auch in die neuent­deckten Länder- nach Amerika, Indien und bis Japan verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten dieser heilige Verein. Von den drei und zwanzig Kin­