——
den kostbaren Schatz der Gnade mit der gehörigen Sorgfalt bewahren, auf dem Wege der Buße und Verläugnung ihrer Selbst der Welt absterben und zur wahren Freiheit der Kinder Gottes gelangen. Und wer auch in der Welt nach diesem Ziele ringt,( und das sollte doch jeder thun, der es mit sich selbst gut meint) der findet zu seinem Schmerze, daß er mit seinem Streben meistens allein also hülflos daſteht. Noch schlimmer! in tausend Weisen tritt der Geist der Welt dem Jünger Christi, der gerne unbedingt der Leitung des h. Geistes sich hingeben möchte, hindernd in den Weg: er lockt durch vergängliche Lust und Pracht auf die Wege der Sünde, er spottet über die Uebungen der Frömmigkeit, er schmeichelt allen bösen Neigungen, und nur zu oft droht er mit harter Verfolgung und weiß die Schwachen mit falscher Furcht zu lähmen. Es ist somit nicht zu verwundern, daß, sobald das Christenthum sich über die ganze Welt ausdehnte und dadurch auch die Welt unter die Christen eindrang, Tausende das Bedürfniß fühlten, aus der ansteckenden Weltluft sich zu entfernen und in Einöden und Wüsteneien, oder hinter den Klostermauern die Freiheit der Kinder Gottes zu suchen.
Nun will aber Gott doch nicht, daß alle Kinder Gottes auch dem Leibe nach sich absondern sollen von den Kindern der Welt. Die göttliche Vorsehung hält ja die Meisten in den weltlichen Verhältnissen fest und will doch, daß sie geistig ausscheiden aus der Welt und vollkommen werden, wie der Vater im Himmel vollkommen ist.
—
Eben diese auserwählten Seelen, die in der Welt leben, hatte der H. Vater im Auge, als er den dritten Orden stiftete. Um sie möglichst zu sichern vor den gefährlichen Einflüssen der Welt, in der sie leben


