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Normalbuch für die Brüder und Schwestern des dritten Ordens des h. Franciscus / von e. Priester des Franciscaner-Ordens der sächsischen Provinz vom h. Kreuze. Mit Erlaubniß der Obern
Entstehung
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Geist des Klosterlebens in die Welt hinausgehen und dort eine heilige Genossenschaft gründen, die beseelt wäre von dem nämlichen Geiste der Buße, der Welt­verachtung, des Gebetes und der wahren Liebe Got­' tes und des Nächsten, kurz von demselben lebendigen Streben nach Vollkommenheit, das in einem guten Kloster herrschen soll. Dabei sollen die natürlichen und bürgerlichen Bande der christlichen Familie und Gemeinde nicht aufgelöset, sondern bloß geheiligt werden. Jeder soll bleiben in dem Berufe und Ge­schäfte, zu dem die göttliche Vorsehung ihn berufen hat. Die Hausväter und Hausmütter, die Söhne und Töch­ter, die Dienstboten und Arbeiter sollen allen ihren Standespflichten genügen; sie sollen zwar nicht von der Welt, aber in der Welt sein, als das Salz der Welt. Freilich sollte schon jeder Christ von diesem Eifer ergriffen sein und in dieser Weise seine Pflichten er­füllen. Wirklich bekundeten die meisten Christen der apostolischen Zeit zum Erstaunen der ungläubigen Welt den wahren Geist Jesu Christi, nämlich die Verach­tung der Welt, die Liebe Gottes über Alles, gegenseitige Liebe, Geduld und Freude im Leiden und ein helden­müthiges Ringen nach immer größerer Vollkommen­heit. Sie lebten in der Welt, aber ihr Wandel war im Himmel. Es ist aber nicht zu läugnen, daß dieſes schöne Streben unter den Dornen irdischer Sorgen und Geschäfte sehr leicht erstickt wird; und wirklich, seitdem ganze Völker in die Kirche eingegangen sind, ist die Mehrzahl der Christen sehr weit von dieser Stufe des christlichen Strebens entfernt. Die große Masse hält sich nicht einmal von Todsünden frei und will doch nichts wissen von Buße. Selbst unter den Besseren gibt es nur Wenige, die nicht dem Geiste die­ser Welt in vielen Stücken nachgeben, nur Wenige, die