18 Kap. 3. Der hl. Aloystus an den Höfen
sprächen; seine Augen suchte er so sehr von allen reizenden Gegenständen zurückzuhalten, daß er sowohl, wenn er durch die Straßen der Stadt lief, als auch wenn er mit Andern redete, sie bescheiden niedergeschlagen hatte. Er scheute sich, nur irgend einen Theil seines Körpers, z. B. einen Fuß entblößt anzuschauen und ließ sich vor niemanden je anders sehen, als anständig angekleidet. Er vermied immer und überall ganz ängstlich, mit Frauenspersonen zu reden und umzugehen, ja er floh ihre Gegenwart dergestalt, daß wer ihn nicht fannte, glauben mußte, er habe eine natürliche Abneigung gegen sie. Wenn seine Mutter in Castiglione eine Dienerin auf sein Zimmer schickte, um ihr etwas auszurichten, so gieng er an die Thüre und ließ die Dienerin nicht eintreten, sondern hörte. sie mit niedergeschlagenen Augen an, gab ihr turze Antwort und entließ sie wieder. Ja selbst mit seiner Mutter war er nicht gerne allein, sondern suchte, wenn die Anwesenden etwa während seiner Unterredung mit ihr fich entfernten, alsbald auch sich entfernen zu können, und ließ sich von ihr nie an der Hand berühren. So sehr war er besorgt für genaueste Erfüllung seines Gelübdes!
Aloysius lebte so gewissenhaft, daß er bei jeder seiner Handlungen genau erforschte, ob an ihr etwas Fehlerhaftes sei; denn es gieng fein ganzes Bestreben dahin, das Böse in der Wurzel zu entdecken und auszurotten. Um


