16 Kap. 3. Der hl. Aloysius an den Höfen
Der Markgraf wollte nichts versäumen, um Aloysius für seinen vermeintlichen Beruf zu bilden. Er entfernte ihn deßhalb zum großen Schmerz der Mutter aus dem elter= Lichen Hause, und brachte ihn nebst seinem jüngern Bruder Rudolf nach Florenz im Anfange des Sommers 1577. Er sollte dort am Hofe des Großherzogs von Toskana sowohl die italienische als lateinische Sprache recht erlernen und auch jenen edeln Anstand sich aneignen, der für Prinzen sich so wohl schicket. Er wohnte jedoch nicht im Palaste des Großherzogs, wie dieser wünschte, sondern nach Änordnung des Vaters in einem mehr abgelegenen Hause, wo er ungestörter dem Studium und Gebete obliegen konnte. Hier machte er nun, von der Hand Gottes noch viel stärker ergriffen als bisher, große Fortschritte im geistlichen Leben, so daß er nachher Florenz gerne die Mutter seiner Frömmigkeit nannte. Zwei Umstände hatten hierauf besondern Einfluß: einmal die vielen Andachtsübunger, die in Florenz stattfanden bei einem Bilde, das die Verkündigung Mariä darstellte; sodann ein Büchlein über die Geheimnisse des heiligen Rosenkranzes, verfaßt von einem Vater der Gesellschaft Jesu, Namens Kaspar Loarte. Er las oft darin mit wahrer Herzenswonne, und fühlte sich eines Tages so sehr von dem Wunsche beseelt, etwas der seligsten Jungfrau Wohlgefälliges zu thun, daß er auf den Gedanken kam, es möchte
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