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Der heilige Aloysius als Vorbild und Patron der christlichen Jugend : ein Buch der Erbauung und der Andacht / [...] von F. Mennel, Priester und Repetent am Konvikt zu Rottweil
Entstehung
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14 Rap. 2. Erziehung des hl. Aloysius zc.

fehrt habe. Der fromme und gelchrte Kar­dinal Bellarmin, der Aloysius genau kannte, sagt gleichfalls, daß er vom siebenten Jahre an ein ganz heiliges Leben geführt habe. All sein Trost und seine Freude schien im Gebete zu liegen, dem er cifrigst oblag. Seine An­Sacht schweiste nicht im Ungewissen herum, er hatte seine bestimmten Stunden zum Gebete. Wenn er des Morgens aufstand, begann er den Tag, indem er sich mit dem heiligen Kreuze bezeichnete. Unter Gebet kleidete er sich an, und zwar auf so sittsame Weise, daß weder er selbst noch sein Bediente irgend einen Theil des Leibes entblößt sah. Darauf ver­richtete er sein Morgengebet und zwar immer knieend auf bloßer Erde vor einem Bildnisse des Gefreuzigten, ebenso sein Abendgebet. Ferner betete er die sieben Bußpfalmen und die Tagzeiten der seligsten Jungfrau Maria. Dieß unterließ er fortan feinen Tag, obgleich er einmal 18 Monate am Wechselfieber zu leiden hatte und man ihn deßhalb oft zu Ab­kürzung oder zeitweiliger Ausseßung seiner heiligen Uebungen bereden wollte.

Das sind die Grundzüge jenes herrlichen geisti­gen Gebäudes, das Aloysius schon in seinem 7ten Jahre zu errichten begann. Freude an Werken der Barmherzigkeit, Bereitwilligkeit gegen die Mahnungen Gottes, und Eifer im Gebete­der fruchtbarsten Mutter aller Tugenden- welch wichtige Vorzeichen und glückliche Anfänge für die spätere Heiligkeit des Jünglings!