12 Kap. 2. Erziehung des Hl. Aloysius
fen in Andacht versunken. Außer dieser Liebe zu häufigem und innigem Gebete, welches das rechte Lob der Jugend und die Milch ist, wodurch die Unschuld genährt wird, hatte Aloysius auch schon ein besonders tiefes Mitleiden mit den Armen, so daß er keinen ohne Almosen gehen lassen konnte. Diese seine Neigungen waren gute Vorzeichen und ließen wohl hoffen, daß er einst eine große christliche Vollkommenheit erlangen werde.
Die gute Martha nahm mit heiliger Freude wahr, daß ihr Sohn zunahm wie an Alter so an Eifer und Frömmigkeit. Aber des Vaters Ansichten stimmten damit nicht ganz überein. Er war nämlich ein Kriegsmann und hatte sich in Diensten des Königs von Spanien viel Ruhm erworben. Er wollte deßhalb den Aloysius, damit er ihm im Amte dereinst nachfolgen konnte, mit den Kriegsfünsten baldmöglichst bekannt machen. Darum ließ er ihm, kaum vier Jahre alt, eine seiner Größe und Stärke angemessene Rüstung machen. Darauf nahm er ihn mit nach Cremona, wo er eine Heerschau zu halten hatte. Da mußte er jedesmal in seiner Rüstung, mit einem leichten Panzer angethan und einen kleinen Spieß in der Hand, vor den Schlachtlinien erscheinen. Wie nun Kinder überhaupt Alles, was sie Andere thun sehen, gerne nachahmen, so hatte auch Aloysius an jenen Uebungen bald Freude, und suchte sie nachzumachen. Bei solchen Versuchen lief er mehrmals


