Druckschrift 
Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Kranke / mit einer Vorrede von Dr. D. Bonifaz von Haneberg, Abt. Mit Gutheißung des Hochw. Erzbischöfl. Ordinariates München-Freising
Entstehung
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ist ohne Grenzen. Er fordert nichts, was man nicht leicht erfüllen könnte. Noch keine Seele, die guten Willens war, ist verloren gegangen. Kranken, welche schwer heimgesucht sind, kommt der Gedanke, Gott habe sie verlassen. Wo

die Noth am größten ist, da ist Gott am nächsten. Einer Seele, die er retten oder zu einer sehr hohen Stufe der Glorie führen will, sendet er große Trübsale.#thin

Vermessenheit. Andere sucht Satan in den Wahn einzuwiegen, daß sie keine großen Sünden begangen haben, und von manchen Schwachheiten abgesehen, im Grunde die besten, tadellosesten Menschen seien, obwohl sie, wenn sie aufrichtig sein, oder sich mit der Gnade Gottes redlich prüfen wollten, bekennen müßten, daß sie sich in ihrem früheren Leben wenigstens manche bedeutende llebertretungen zu Schulden kommen ließen. So gelingt es ihm, eine wahre Bekehrung zu vereiteln oder wenigstens einer tiefer gehenden Neue und dem Eifer in Werken der Genugthuung den Le­bensnerv abzuschneiden. Bete, wenn du so versucht wirst, oft und inständig um Erkenntniß deiner selbst und durch­gehe zuweilen aufmerksam den Beichtspiegel!

Wunderlichkeit.

Eine häufige Versuchung der Kranken ist Wunderlichkeit, eine gewisse Geneigtheit zu mürrischem Wesen, übler Laune, Ungeduld und Zorn. In diesem Falle nimm dein Herz so zu sagen in beide Hände, unterdrücke die ersten Regungen des Zornes! Nede nicht, so lange du dich ungehalten fühlest! Ist es nothwendig, etwas zu sagen, so nimm dir vor und bemühe dich, es mit der größten Gelassenheit zu thun! Fällst du in einen Fehler, so verliere den Muth nicht; erwecke Reue, bitte beim Vater im Himmel ab und versprich ernstliche Besserung und alles ist gutgemacht. Küsse fleißig das Bildniß des Gekreuzigten und betrachte, wie unaussprechlich sanftmüthig, stille und freudig Jesus aus Liebe zu dir und zum himmlischen Vater in einem Meere der tiefsten Schmach, der herbsten Qual und äußersten Verlassenheit ausharrte. Auch bemühe dich, gegen