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alle Menschen freundlich, liebreich und gütig zu sein, die erlittenen Beleidigungen vollkommen zu vergessen, die Erinnerung daran als eine schlimme Versuchung auszuschlagen, die Beleidiger in dein Gebet einzuschließen und ihnen Gnade und Erbarmung von Oben zu erflehen!
Geistige Trägheit. Manche Kranke bilden sich ein, nicht beten zu können, während sie sich Stunden lang mit ihren Freunden unterhalten, ohne sich irgendwie belästigt zu fühlen. So kommt es, daß sie die überaus heilsamen und nothwendigen Uebungen der Andacht ohne vernünftigen Grund unterlassen und Schaden leiden. Andere dagegen überbürden sich mit frommen Uebungen oder beobachten keine Ordnung darin. Der Feind alles Guten will bewirken, daß ihnen das Gebet lästig werde oder sie dasselbe flüchtig und ohne Andacht verrichten.
Wider den Glauben. Kommen Versuchungen gegen den Glauben, so verachte sie einfach und küsse mit inniger Liebe das Bildniß des Gekreuzigten! Sollten sie aber mit erneuerter Kraft zurückkehren, so verdemüthige dich! Denke: So hoch der Himmel über der Erde, sind Gottes Gedanken über denen der Menschen! Danke Gott, im Glauben der heil. Patriarchen, Propheten, Apostel, Martyrer, Kirchenlehrer und unzähliger anderer erleuchteter und gottseliger Seelen leben und sterben zu dürfen! Bete öfter das geistliche Testament und grüble nicht weiter, sondern lenke deine Aufmerksamkeit ruhigen und heiteren Gemüthes auf andere Dinge!
Wider die heil. Reinigkeit. Befallen dich unlautere Versuchungen, so entferne den etwaigen Anlaß dazu z. B. Personen, die du auf sündhafte Weise geliebt haft! Schaffe selbst die Bildnisse, Briefe, Geschenke solcher bei Seite; lasse sie nicht vor, auch wenn sie dich angeblich nur um Verzeihung bitten wollen; sie mögen ihre Sünden zu den Füßen des Heilandes beweinen. Schlage die Erinnerung an früher begangene Sünden sorgfältig aus dem Sinne;


