Lebensbeschreibung
Lyoner Gonner und Freunde reisete er in die Provinzen, und ging über Nevers auf der Loire nach Blois und von da nach Orleans, und nachdem er sich an beiden Orten eine Zeitlang verweilet hatte, begab er sich nach Paris, woselbst er unter der Protection der königlich schwedischen Gesandtschaft den Sommer über verblieb, auch durch deren Vorschub die Freiheit erlangte, die dortige weltberühmte königliche Bibliothek nach Gefallen zu besuchen. Uebrigens hörte er auch zu Paris fleißig die berühmtesten französischen Redner, wohnte den Disputationen in der Sorbonne bei, und besah alles Merkwürdige, was in dieser Stadt, in den Palästen und herumliegenden Lustschlössern, Versailles, St. Denis, St. Germain, und andern Orten zu bemerken war.
XIV
§. 15.
Während dieser Zeit geschah es, daß Kaiser Joseph der Erste, glorwürdigsten Andenkens, mit Tod abging, und die durchlauchtigsten Kurfürsten sich zur Wahl eines neuen Oberhaupts des Deutschen Reichs anschickten. Dieses bewog ihn, seinen Aufenthalt zu Paris abzubrechen, um solche Solennitåten in Frankfurt mit anzusehen. Er begab sich deßwegen zu Ende des Sommers auf die Rückreise, durch Champagne, Burgund, Lothringen, über Nancy nach Straßburg. Da bekam er Bekanntschaft mit den damals berühmten Gottesgelehrten, den Herrn DD. Wagner, Pfeffinger und Barth, aus deren Umgang er viel Gutes und Erbauliches erlernte. Nachdem er sich aber von ihnen beurlaubet, und die französische Armee bei Stolhofen, die deutsche aber bei Mukkensturm glücklich passiret hatte, kam er über Heidelberg wiederum, unter dem göttlichen Geleite, gesund und wohl in Frankfurt an.
S. 16.
Gottes Güte, welche sich ihm in der Fremde reichlich erzeigt hatte, ließ ihn nun auch bald in Frankfurt neue und


