Lebensbeschreibung
fenhaus predigten, aufgenommen, und wartete dabei seinen Studien und Privatinformationen, welche er von Zeit zu Zeit in den angesehensten Häusern der Stadt erhielt, mit alter Trene und Sorgfalt ab. Er gedachte dabei in der Stille seinem Gott und Nächsten zu dienen und sein Glück zu erwarten. Allein die göttliche Güte sing mit ihm, um sich recht herrlich zu erzeigen, eine ganz andere und neue Periode an.
XII
S. 12.
Denn nachdem die evangelischen Kaufleute in Lyon von der Republik Genf die Erlaubniß erhalten, in einem großen Saal nicht allein predigen zu lassen, sondern auch einen Prediger zu bestellen, um ihre Andacht zu gewissen Zeiten daselbst halten zu können, so wurde er an Herrn M. SJohann Michael Geisens, nachherigen deutsch- französischen Predigere zu Frankfurt, Stelle, als Helfer, doch ohne vorgegangene Ordination, dahin berufen. Er nahm diesen Wink seines Gottes mit Freuden an, und übergab sich gånzlich seiner heiligen väterlichen Führung. Nach genommenem Abschied im löbl. Urmen- und Waisenhause, darin ihm jedoch die Herren Pfleger seine Stelle aufbehielten, trat er im October, unter göttlichem Geleit, die Reise nach Genf an, und hatte unter= weges Gelegenheit, Stuttgart, Schaffhausen, Bern und Laufanne zu besehen, und sich an diesen Orten nützliche Bekanntschaften zu machen. Er ging zu Morges zu Schiff, und kam nach ausgestandenem Sturm auf dem Genfer See, wobet die Barke mit allen Personen und Waaren beinahe verunglückt wåre, den 17. November 1709 glücklich bei der Gemeine an, welcher er, wenige Tage darauf, von ihrem ordentlichen Prediger, Herrn M. Schulge, vorgestellt wurde.
§. 13.
Bu Genf stand er zwei Jahre und vier Monate als deutScher Nachmittagsprediger, und hatte dabei die erwünschte


