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Evangelisches Gesangbuch für die Gemeinden der evangelischen Kirche Aug. Conf. in Oberösterreich und Obersteiermark
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meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie ver­schwendet!

Auferstehung, Gericht und ewiges Leben.

4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben! daß ich nie thöricht fie außer Augen setze, nie sie frech verletze.

5. Lehre mich gewissenhaft mei­ne Tage zählen, eingedenk der Ne­chenschaft, nur, was gut ist, wäh­len. Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vor= bereite.

6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben.

8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig auf­genommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben.

Balth. Münter, geb. 1735, 1793.

Mel. Was Gott thut, das ist zc.

652* Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd auferstehen, dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen.

2. Ach fäm die Stunde bald her­

an, die Stunde der Erlösung! Die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da Engeln gleich im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit um­geben.

3. Der du die Auferstehung bist, du bists an den ich gläube! Ich weiß, daß ich durch dich Herr Christ, im Tode nicht verbleibe, und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken, so wie die Heuchler, decken.

4. Ich hoffe dann mit Freudig­keit vor dir mein Haupt zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit froh­lockend einzugehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu be­reiten.

P. Busch, geb. 1682, 1744.

Mel. Wie schön leuchtet der 2c.

653* Wie wird mir dann, o dann mir seyn, wenn ich mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschla­fen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterb: lichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben.

2. Ich freue mich, und bebe doch, so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder! Der Herr erleichtert mir mein Joch, es glaubt und erhebt sich wieder! Je­stärkt durch ihn mein Herz sich doch, sus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Va­ters Reich zu erben.

3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürch­