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11. Welches Wort faßt diese Wonne, wann ich mit der heilgen
Schaar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sey dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit!
Heinr. Theobald Schenck, t 1727.
Auferstehung, Gericht und ewiges Leben.
Mel. Wachet auf, ruft zc.
2. Verschwendet ist die Gnaden
648. Selig find des Himmels zeit! Wie viele ſeiner Stunden sind Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Ho fianna! vor Gottes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werke sie.
bens ihm verschwunden! Er hat in dem Dienst der Eitelkeit vergedes Lebens Zweck verfehlt, o welche Neuergreift und quält zu spät nun seine Seele!
2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sey dir, Versöhner Jesu Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne seyn.
3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! Er sank hinab, wie wir ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm.
Mel. Es ist gewißlich an 2c.
649. Groß wird des Sünders
Elend seyn, unendlich schwer zu tragen. Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert.
Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724,+1803.
3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Ulebermuth, womit er Andre fränkte? Gebengt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Bein und Qual ver
wandelt.
4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte; nun klagen ihn die Seelen len an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen.
5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Nichter.
6. O Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beßrung sey noch immer Zeit, und


