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Étude sur le chant de Vépres
Entstehung
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IKKO

sammelt, verdient die grösste Achtung; ihm muss das Höchste, das Wahrste und das Schönste geboten werden, besonders in der Kirche, wohin es mit frommen Gesinnungen kömmt, sich zu veredeln und im Geiste und in der Wahrheit anzu­beten. Der Menge wohnt ein höherer Geist bei und wird von einem richtigen Gefühle geleitet, welches alles unschick­liche und leichtsinnige Treiben strafend auf ihre Urheber zurückweist.

« Volkesstimme ist Gottesstimme.>>

Bemerkenswerth ist dass sich die trivialen Melodien auf der Orgel sehr schlecht ausnehmen; auf dem gemeinsten In­strumente klingt ein Tanz besser. Die Natur der Orgel vermag die pikanten Rhythmen und die scharfen Accente, welche die weltliche Musik so sehr liebt, nicht zu geben; sie wider­strebt allem Gemeinen und Leichtsinnigen nur dem Ernsten, Erhabenen, dem Ewigen sind ihre heiligen Töne geweiht. Der Organist, als Künstler, oder doch in musikalischer Be­ziehung über die Gemeinde stehend, hat die Pflicht den Kunstsinn der Gemeinde zu veredeln und ihn zu sich in eine höhere Sphäre zu ziehen. Es ist noch Niemanden eingefallen, die Zeitung, statt das Evangelium, von der Kanzel herab zu lesen; so sollte man meinen, könne es auch Niemanden ein­fallen, gemeine Tanzmelodien auf der Orgel, im Hause Gottes, hören zu lassen. Auch der Organist muss durch die Orgeltöne im Geiste und in der Wahrheit anbeten: darum sei sein Spiel geistig und wahr.

Betrachten wir die Orgel in ihrer wahren Art, so beugen sich alle andere Instrumente vor ihrer Majestät, Kraft und