Anhang.
4. Du bist mein Vater, ich Herr, lehr mich fliehen, als dein Kind, mein Heil ist, dich den Tod, und willig alle Freuden zu lieben. Ach mache mich der wilden Weltlust meiden! dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, und treu in deiner Liebe sein, und suchen, dir vor allen, o Bater, zu gefallen!
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9. Die Tugendhaften laß in mir ein Herz wie ihres finden; verknüpf durch Unschuld uns, daß wir der Freundschaft Glück empfinden! Laß unsern Umgang sanft und rein 5. Vor stolzer Selbstgefäl- uns lehrreich durch Exempel ligkeit bewahre meine Jugend, sein, und nie laß unsre Seelen ihr Vorzug sei Bescheidenheit und ihre Schönheit Tugend! Gib mir den sanften stillen Geist, der dich durch seine Demuth preist, den nächsten nie verachtet, sich selbst zu bessern trachtet.
Neid oder Arawohn quälen!
10. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will dich preisen, meinen Gott, daß du mein Flehn erhörest. Ich opfre dir mein Lebenlang der Unschuld und der Tugend Dank. Dort Chören der
6. Die Lust der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz will ich in den entzünden! Sie macht mich Engel dich verehren.
Im Alter.
untreu meiner Pflicht, und bahnt den Weg zu Sünden. Gesuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; du willst, ich soll beſscheiden mit Zucht und 589. Schau, Seele hin
Mel.: Ich ruf zu dir, Herr.
Scham mich kleiden.
ter dich zurütd,
7. Bewahr mein Auge, daß auf die durchlebten Jahre! Thu es nie unreine Gluth ernähre, vor dich hin auch einen Blick! und meine Rede, Gott, daß Was siehst du? Meine Bahre. fie kein Spötter falsch erkläre! Ich bin schon alt, wie bald, Die Unschuld sei mein liebster wie bald ist meine Zeit verRuhm; ein guter Ruf mein schwunden! Stunden, Stunden Eigenthum, den jeder gern währt hier mein Aufenthalt, mir gönne und niemand lästern und bald nicht mehr gefunden. fönne!
2. Gott, was ich bin, bin ich 8. Bewaffnet sei mit Ernst durch dich; erwäg es mein Gemein Blick, und fromm sei müthe! Auf Vaterhänden trugst meine Seele; zu allem, was du mich; dein Weg war eitel ich thu, gib Glück, und hilf Güte. Herr, Ruhm sei dir, mir, wenn ich fehle! Den Um- denn du hast mir in meinem gang, der Verführung droht, langen Leben viel gegeben;


