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Mühlhäusisches Gesangbuch : [nebst] Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien
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leuchtet wie der Tag, Finsterniß iſt wie das Licht.

Der Pfalter.

13. Denn du bast meine Nieren in deiner Gewalt, du warest über mir in Mutterleibe.

14. Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunder­barlich sind deine Werke, und das erkennet meine Seele wohl.

15. Es war dir mein Gebeine nicht verhohlen, da ich im Verborgenen ge­macht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde.

16. Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben feiner da war.

17. Aber wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine große Summe!

18. Sollte ich sie zählen, so würde ihrer mehr seyn, denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir.

19. Ach Gott, daß du tödtest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten.

20. Denn sie reden von dir läster lich; und deine Feinde erheben sich ohne Ursach.

21. Ich hasse ja, Herr, die dich hassen, und verdrießt mich auf sie, daß sie sich wider dich setzen.

22. Ich haffe sie in rechtem Ernst; darum sind sie mir feind.

23. Erforsche mich, Gott, und er­fahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine.

24. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Der 140. Pfalm. Gebet um Errettung von heimlichen

und öffentlichen Feinden. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen. 2. Errette mich, Herr, von den böfen Menschen; behüte mich vor den frevelhaften Leuten,

Pf. 140. 141.

4. Sie schärfen ihre Zunge, wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen. Sela.

5. Bewahre mich, Herr, vor der Hand der Gottlofsen; behüte mich vor den frevelhaften Leuten, die meinen Gang gedenken umzustoßen.

6. Die Hoffärtigen legen mirStricke, und breiten mirSeile aus zum Netz und stellen mir Fallen an den Weg. Sela.

7. Ich aber sage zum Herrn: Du bist mein Gott; Herr, vernimm die Stimme meines Flehens.

3. Die Böses gedenken in ihrem Herzen, und täglich Krieg erregen.

8. Herr, Herr, meine starke Hülfe, du beschirmest mein Haupt zu der Zeit des Streits.

9. Herr, laß dem Gottlosen seine Begierde nicht; stärke seinen Muth­willen nicht, sie möchten sichs erheben. Sela.

10. Das Unglück, davon meine Feinde rathschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen.

11. Er wird Strahlen über fie schütten, er wird sie mit Feuer tief in die Erde schlagen, daß sie nimmer nicht aufstehen.

12. Ein böses Maul wird kein Glück haben auf Erden, ein frevelhafter böser Mensch wird verjagt und ge­stürzt werden.

13. Denn ich weiß, daß der Herr wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen.

14. Auch werden die Gerechten dei­nem Namen danken, und die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben.

Der 141. Pfalm. Gebet um Hülfe und Errettung. 1. Ein Psalm Davids.

Herr, ich rufe zu dir; eile zu mir; vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe.

2. Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Rauchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer.

3. Herr, behüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen.

4. Neige mein Herz nicht auf etwas Böses, ein gottloses Wesen zu führen

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