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Die Wege des Heils : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch / von Karl Heinrich Seibt. Neu bearb. von Joseph Fleißner, Stadtpfarrer am Bürgerspitale in Salzburg
Entstehung
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Von der Kraft und Wirkung des Gebetes.

doppeln, als davon aus Kleinmülhigkeit oder aus Ungeduld oder aus Mißtrauen auf die Güte Gottes abzulassen. Wer beständig bis an's Ende auf der Bahn des Gebetes fort­wandelt, darf sicher hoffen, das Leben darauf zu finden. Wer aber müde wird, oder den Muth sinken läßt, der hat zu fürchten, daß ihn seine Kleinmüthigkeit zum Tode führe. Die siebente Eigenschaft des Gebetes ist endlich diese, daß es im Namen Jesu Christi verrichtet werde. Denn er selbst hat uns dieß gelehrt, und versichert, daß sein himm­lischer Vater uns Alles, was wir in seinem Namen bitten werden, gewähren wolle. Und eben darum beschließt die Kirche alle ihre Gebete mit den Worten: Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Diese Pflicht gründet sich auf die Wahrheit, daß Jesus Christus der einzige Mittler ist, so zwar, daß man sich ohne ihn nicht zu Gott nahen, keine Gnade von ihm empfangen, noch das Leben erlangen kann. Wenn wir demnach durch Christum bitten, so muß es mit einer solchen Gesinnung geschehen, daß wir nicht das geringste Vertrauen in uns selbst setzen, sondern von unserer Unwürdigkeit über­zeugt, unsere Hoffnung auf Jesum Christum und auf die Kraft seines göttlichen Mittleramtes allein gründen. Der Mensch hat nichts an sich, das die Gnade Gottes verdient; aber Gott ist unendlich gütig, und ertheilt sie ihm um der unermeßlichen Verdienste seines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi willen.

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-Hrepessage.

Von der Hraft und Wirkung des Gebetes.

ess.

as Vorrecht, dessen uns Gott würdigt, indem er uns gestattet, in den stillen Unterredungen mit ihm unser herz sammt allen Sorgen, Anliegen und Wünschen in seinen väterlichen Schooß auszuschütten, ist eine der größten Wohlthaten von wenigen Menschen hochgeschätzt, und von den meisten nicht einmal erkannt. erwäget dieß mit Ernst! Wir, nichts als Staub, Erde und

Menschen!