Vom Gebete überhaupt.
teine Zeit finde, die man Gott und seiner Secle widmen könnte. Wen seine Geschäfte am Gebete hindern, gesteht stillschweigend ein, daß er dringendere Verrichtungen habe, als sein Seelenheil.
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Da beim Beten unsere Absicht ist, dasjenige, um was wir Gott bitten, von ihm zu erlangen: so ist sehr viel daran gelegen, zu wissen, was wir mit Recht von ihm verlangen können. Denn da er die Gerechtigkeit selbst ist, so können wir nichts anders, als was recht und billig ist, von ihm zu erlangen hoffen. Aus diesem Grunde, und da Gott der einzige Gegenstand unseres Verlangens und Gebetes sein soll, geben die Kirchenväter die Lehre, man müsse niemals ausdrücklich und vorsätzlich um etwas blos Zeitliches bitten, sondern sein Verlangen Gott nur vortragen, und im Uebrigen es seinem allerheiligsten Willen überlassen, uns unsere Bitte zu gewähren oder nicht; weil er besser weiß, als wir selbst, was uns gut und nüzlich sei.
Man soll Gott um sein Reich, um Wachsthum in der Heiligung und Tugend, um seinen Beistand dazu, um die zum Kampfe wider die Versuchungen nöthige Kraft, und um die Abwendung alles dessen, was unserm Heile hinderlich oder gefährlich werden könnte, vorzüglich und vor Allem bitten; denn dieß allein ist nothwendig. Das Uebrige bleibt allezeit nur eine Zugabe, derer wegen wir jenes nicht vernachlässigen dürfen, und welche uns Gott auch gewähren wird, wenn es anders zu unserm wahren Besten gereicht. Es ist also das Gebet zu Allem gut und nützlich, und wer es wohl einzurichten und anzuwenden weiß, hat Ursache zu hoffen, daß er, wenn er dabei verharret, seine Seligkeit befördern werde. Wer recht zu beten weiß," sagt der heilige Augustinus, der weiß auch recht zu leben."
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