Tom Gebete überhaupt.
Hoek
as christliche Gebet begreift alle guten Gedanken des Geistes in sich, die eine christliche Seele von Gott haben kann und mit guten Willensakten an Gott richtet. Wer sich demnach vor Gott mit dessen Größe, mit der Herrlichkeit seiner Werke, mit der Mannigfaltigkeit seiner Wohlthaten unterhält, ihn deßwegen lobet, ihm dafür danket, an Jesum Christum und an seine Geheimnisse denket. der betet: und alle frommen und gottfeligen Betrachtungen, Neigungen und Entschließungen, welche man haben und fassen kann, sind Gebetc.
Wird aber das Gebet in einer engern Bedeutung genommen, so begreift es nur die Bitten in sich, die man vermittelst des Geistes und der Liebe zu Gott abschicket, um eine Wohlthat zu erhalten, die man von ihm in Rücksicht auf das ewige Leben entweder für sich oder für den Nächsten erwartet. Der Glaube, der uns Gott erkennen läßt, läßt uns auch einsehen, daß wir ohne den Beistand Gottes und ohne die Gnade Jesu Christi die Gebote nicht halten, unseren Pflichten nicht nachkommen, die Versuchungen nicht überwinden und zum Besitze und Genusse Gottes nicht gelangen können. Dieses Alles überzeugt uns aber auch von der unumgänglichen Nothwendigkeit, unsere Zuflucht zum Gebete zu nehmen. Wenn das Gebet wie die heiligen Väter lehren die Nahrung der Seele ist, so kann man dasselbe nicht unterlassen ohne Gefahr, in eine solch' tödtliche Lauigkeit zu verfallen, welche nicht die geringste Hoffnung zur Seligkeit übrig läßt. Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet;" ermahnt der Heiland selbst.
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