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Christliches Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden im Fürstenthum Osnabrück : zum Gebrauche beim öffentlichen Gottesdienste und bei der Hausandacht ; [nebst] Lieder-Anhang zum Osnabrücker Landgesangbuch [und] Gebete [und] Die Episteln und Evangelia [...]
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Jesu Chrifti.

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hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragete ihn abermal und sprach: ant­wortest du nicht, hörest du nicht wie hart sie dich verklagen? Und er antwortetete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Land­pfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher.

11. Pilati Versuche zur Befreiung Jesu.

Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er: ob er aus Galiläa wäre, und da er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit war, über­sandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jeru­salem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn Man­cherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen, und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit sei­nem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, und legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pi­latus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einan­der feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester, die Obersten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir ge­bracht, als der das Volk abwendet, und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn be­schuldiget. Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sey; darum will ich ihn züchtigen und losgeben.

Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten, Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barrabas, welcher war um eines Aufruhrs, der in der Stadt geschahe, und um eines Mords willen in das Gefängniß geworfen. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da fie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohn­heit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern; welchen wollet ihr, daß ich euch losgebe, Barrabam oder Jesum, den König der Juden, von dem gesagt wird, er sey Christus; denn er wußte wohl, daß ihn die Hohen­priester aus Neid überantwortet hatten.

Und da er auf dem Richterstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traume von seinetwegen.

Aber die Hohenpriester und Weltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabas bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollet ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufen und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabas los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum loslassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christus nennt? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm: darum will ich ihn züchtigen und loslaſſen.