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Christliches Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden im Fürstenthum Osnabrück : zum Gebrauche beim öffentlichen Gottesdienste und bei der Hausandacht ; [nebst] Lieder-Anhang zum Osnabrücker Landgesangbuch [und] Gebete [und] Die Episteln und Evangelia [...]
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Von Gottes Wesen

Zeit verschwiegen, so wird die böse That vor aller Welt verheh­Wahrheit fünftig doch die Fin- let, so weißt du sie, und strafest sterniß besiegen. Dein unparteii- mich, zu meiner Bessrung väter­sches Gericht wird Alles offen- lich. baren; was noch so heimlich jetzt 5. Du hörest meinen Seuf­geschicht, wird man alsdann er- zern zu, daß Hülfe mir erscheine. fahren und öffentlich erzählen. Voll Mitleid, Vater, zählest du,

6. Laß mich, o höchste Maje- die Thränen, die ich weine. Du stät, dein helles Auge scheuen, siehst und wägest meinen das nie ein Heuchler hintergeht Schmerz und stärkst mit deinem mit falschen Schmeicheleien. Er- Trost mein Herz. innere stets meinen Geist an des= sen scharfe Blicke. Laß, was ge­heime Schande heißt, und alle bösen Tücke mich lebenslang ver­meiden.

Mel. Mir nach spricht Christus zc.

16.Nie bist du, Höchster, von mir fern; du wirkst an allen En­den. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich.

6. O drück', Allgegenwärti­ger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu' und fromm zu leben eifrig sei.

7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich han­

deln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wan­deln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, dies tröst' und bessre meinen Geist.

Mel. Nun danket alle Gott zc.

2. Was ich gedenke, Gott,

weißt du, du prüfest meine 17. Herr, du erforscheft mich,

Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu', du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann dei­nem Aug' entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn.

dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen; was meine Seele denkt, war dir bereits be­kannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand.

3. Wenn ich in stiller Ein­samkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer ſei.

2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest; du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' 4. Du merkst es, wenn des ich auf dich; wie groß ist dein Herzens Rath verkehrte Wege Verstand, wie wunderbar für wählet; und bleibt auch eine| mich!