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I. Gott.
Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen; du schoneft sein von Zeit zu Zeit, verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen; du wartest sein mit großer Treu', und hörst, damit er fruchtbar fei, nicht auf, an ihm zu bauen.
4. Langmüthigster, so große Huld bezeigest du den Sündern. Ach, Herr, nicht weniger Geduld haft dumit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Neße stellt, oft sicher, matt und träge; sie straucheln, sie verirren sich, sie fallen oft, verlassen dich und deine heil'gen Wege.
5. Du warnst und rufest in Gefahr, so oft sie irre gehen, reichst ihnen deine Hände dar, von Sünden aufzustehen; du trägest sie mit Vaterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Lebenskraft und nach voll brachter Pilgerschaft ein ewig Freudenleben.
6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren. Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen. Trag uns erbarmend fernerhin, doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen und uns noch in der Gnadenzeit durch deine große Gütigkeit zur Buße leiten lassen. 3. 6. Simmermann,+ 1783.
Mel. Lasset uns den Herren preisen.
16. Gott, durch dessen Wort entsproffen Himmel, Erde sammt dem Meer, dessen Allmacht ausgeflossen in der Creaturen Heer; Engel machst du gleich den Winden und zu Flammen deine Knecht', daß dir diene ihr Geschlecht, überall dich zu verkünden. Gott, dich lob' ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit.
2. Herrlich ist, o Herr, dein Wesen, Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesen, unverändert, ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Sternen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufge


