mich schon vor Gott nicht fürchte, noch vor keinem Menschen scheue. dieweil aber mir diese Wittwe so viel Mübe macht, will ich fie retten, auf daß sie nicht zulegt komme, und übertaube mich. Da sprach der Serr: Söret hier, was der ungerechte Richter sagt. Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden?
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Den Wittwen und Waisen ist in dem Worte Gottes eine besondere
Liebe und Fürsorge Gottes verheißen; das ist Grund genug für sie, ihrerseits mit herzlicher Furcht und Liebe an Gott zu hangen. Sie bedürfen der Hülfe Gottes auch gar sehr; sind sie doch eben Wittwen und Waisen! Selbst bei dem ungerechten Richter in der Stadt findet jene Wittwe Hülfe. Gott ist dabei freilich im Spiele; Gott konnte Laban wohl beikommen, daß er mit Jakob nicht anders, denn freundlich reden durfte 1 Mof. 31, 24. Er hat auch das Herz des ungerechten Richters gewandt, denn es ist Gottes Macht, die Herzen der Menschen zu lenken wie Wasserbäche.
Den Wittwen und Waisen gleich sind die Jünger Jesu in dieser Welt. Sie gehen durch viel Noth, Anfechtung und Gefahr. Die Gefahr ist keine geringe, daß sie sicher und vermessen oder verzagt, mißmuthig und laß werden. Beides ist nicht der richtige Weg; Beides ist ein Hinderniß des Glaubens und des Gebetes. Darum bringt der Herr so oft besonders aber in Verbindung mit Seinen Reden von den letzten Dingen auf ernstliches und anhaltendes Gebei. Dem betenden Christen sind große Verheißungen gegeben. Und Gott iſt kein harter, ungerechter Richter. Er kann wohl aus väterlicher Absicht gegen uns eine Weile verziehen; aber nur um so herrlicher wird Seine Hülfe sich offenbaren. Und welche Hülfe gewährt Er uns, wenn Er uns den Glauben an Seinen eingebornen Sohn gibt und erhält! Belche Ruhe findet man da, welchen Frieden in der Erkenntniß aller Wahrheit, welche Freude in dem tiefer und tiefer gehenden Einblick in das einmalige Opfer Jefu für unsere Sünden! Darum: bittet, bittet!! Es soll auch jezt in diesem Augenblick ein Geist der Erwechung durch unsere Herzen gehen. Wir sollen allezeit beten und nicht laß werden. Gott schaffe es in uns!
Gebet. Herr Jesu, barmherziger, freundlicher Heiland, der Du Selbst nicht laß geworden bist und noch im letzten Augenblick an dem Kreuze mit lauter Stimme Gott angerufen hast, wecke uns das Ohr, daß wir Deine Stimme hören. Neige und bewege unsere Herzen zu Deinem heiligen Worte und gib unserm Herzen eine gewisse und fröhliche Erkenntniß des grundgütigen, treuen BVaterherzens Gottes. Sende zu uns den Geist des Gebetes, des Glaubens, der Kraft und der
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