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Hausbuch : tägliche Andachten für die Hausgemeine / hrsg. vom Ev. Bücher-Verein
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eines Predigers in Johannes dem Täufer und immer wieder dieselbe Stimme in der Wüste. Johannes der Täufer ist ein Meister darin, der Wüste zu predigen, daß sie Wüste ist. Alles Fleisch ist Heu und alle seine Güte ist wie eine Blumte auf dem Felde, das Heu ver­dorret, die Blume verwelkt so schallt die Stimme in der Wüste, und wo nur immer durch solche Predigt bei einem Menschen nichts denn Sterben übrig blieb, da wird dem Herrn Herrn der Weg be­reitet. Daselbst fängt des Glaubens Art an und die ist: Sünde fühlen. Den Armen am Geiste ist Christus der höchste Trost. Ler­nen die Menschen Christum recht kennen, so nimmt die Ritterschaft, nämlich die Zwangsherrschaft des tödtenden, treibenden Gesetzes ein Ende, weil Christus das Ende des Gesetzes ist und weil, wer an Ihn glaubt, gerecht ist. Zwiefältiges Heil giebt Jesus, nämlich Vergebung der Sünden und Freiheit vom Gesetze Mosis. Um dieser Wohlthaten Christi willen thut der h. Augustinus sogar den merkwürdigen Ausspruch: o selige Sünde, die du uns einen solchen Erlöser bereitet hast! Und weil also diese Herrlichkeit des Sohnes Gottes geoffenbaret wird auf Erden, so ist alle Ursach, daß man mit dem Volke freundlich reden und dasselbe trösten, ja trösten soll. ,, Siehe, da ist euer Gott" in der Krippe zu Bethlehem, am Kreuze auf Golgatha, der Sein Blut zur Vergebung der Sünden vergießt, und allem Fleische, das zu Ihm kommt, das ewige Leben giebt. Ist die Sünde groß und alt und blut­roth, die Gnade ist mächtiger. So sei uns denn die Predigt und Er­fahrung von des Menschen Verderben und völliger Trostlosigkeit will­kommen, denn sie bereitet dem Herrn den Weg, und Johannes der Täufer, ob er wohl ein strenger Mann ist, sein Kleid von Kameelhaaren und seine Speise Henschrecken und wilder Honig, kommt doch nur als Vorläufer Christi, der dem Bräutigam die Braut zuführt.

Gebet. Ich danke Dir, mein Herr Jesu Christe, daß Du Dich so herzlich meines Jammers angenommen, Dich, doch ohne Sünde, mit meinem Fleisch und Blut bekleidet, und mich damit Deiner gött­lichen Natur theilhaftig gemacht, von der ewigen Traurigkeit erlöset und zu ewiger Freude gebracht, in Summa, als der wahre Himmels-. pförtner den Himmel mir eröffnet, mit Deiner Armuth mich von ewi­ger Armuth erlöset und recht reich gemacht hast. Ich bitte Dich, aller­liebster Schatz, Du wollest mich mit Deinem heiligen Geiste reichlich be­gnaden, der in mir solchen Trost lebendig mache, daß ich aller Furcht und Schrecken überhoben, mich ewiglich freuen, mich Deiner allein wider Teufel, Tod, Sünde, Zorn Gottes, den Fluch des Gesetzes Herzlich trösten, Deinem Exempel nach demüthig, gehorsam, geduldig sein, und Dich mit den lieben Engeln mit Mund, Herzen und ganzem Leben loben und preisen, endlich auch in ewigen Freuden im Himmel ewiglich bei Dir wohnen möge. Amen.

Vater Unser.