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grünt und die vorher erstorbenen Kräuter und Bäume anfangen auszuschlagen. In dieser Welt ist es den wahrhaftigen Gliedern Christi wie ein Winter, wo es viel Unangenehmes giebt, kalter Wind, ungestümes Wetter und schlechte Wege. Darum soll es ihnen Wonne und Freude sein, daß der Winter vergeht und der jüngste Tag näher kommt. Dann kommt auch unsere Hoffmung. Den Andern kommt der Schrecken; die Angst und Unruhe der Seele, die sie in dieser Zeit nicht durch die Buße zu Gott und den Glauben an Christum überwinden wollen, wird über ihr Haupt hereinbrechen, und sie werden verderben vor dem Angesichte des lebendigen Gottes.
Darum, weil der jüngste Tag gewiß ist- denn die Schrift kann, wie in keinem Stücke, so auch hierin nicht gebrochen werden-, weil nur die Braut Christi, d. i. die wahrhaft an Christum Gläubigen und Christum Liebenden mit Frenden den wiederkommenden Herrn als Herrlichen, starken, trostreichen Bräutigam empfangen können, soll man mit besonderem Bedacht die Vermahnung Christi, wacker zu sein allezeit und zu beten, annehmen. Aber da handelt es sich um die rechte, Nüchternheit, daß man von gar keinem Rausche befangen ist, auch nicht von dem Tanmel der Sorgen und der Nahrung, nicht von dem Geld- oder Ehrrausche, sondern recht nüchtern durch die Wahrheit Gottes in Seinem heiligen Worte sich schicke zum jüngsten Tage. Wie soll ich mich schicken? Wenn du wacker und nüchtern bist, so wirst du erkennen, daß du 1) von allen Sünden ganz ablassen, 2) Geisteskräfte aus Gott durch das Gebet einsaugen, 3) dein Herz von nichts mußt lassen gefangen und eingenommen sein, als allein von den großzen theuren Offenbarungen Gottes, insonderheit von der Liebe Jesu, der dein Heiland und Herr ist. Nimm an JEsu Beides in Acht: deinen Heiland sowohl als deinen Herrn.
Gebet. Herr Gott, himmlischer Vater, der Du durch Deinen Sohn uns gnädiglich geoffenbaret hast, wie Himmel und Erde vergehen, unsre Leiber wieder auferstehen und wir alle vor Gericht gestellt werden follen: wir bitten Dich von Herzen, Du wollest durch deinen heiligen Geist uns in Deinem Worte und rechten Glauben erhalten und trösten, uns Gnade geben, daß wir unsere Herzen mit Fressen und Saufen und Sorgen der Nahrung nicht beschweren, sondern allezeit wachen und beten und in gewisser Zuversicht Deiner Gnaden die Zukunft Deines Sohnes mit Freuden erwarten und ewig selig werden durch denselben Deinen Sohn Jesum Christum, unfern Herrn. Amen.
Vater Unser.


