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Hausbuch : tägliche Andachten für die Hausgemeine / hrsg. vom Ev. Bücher-Verein
Entstehung
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war hundert zwei und achtzig Jahr alt, und zeugere einen Sohn, und bieß ihn Toah, und sprach: Der wird uns troffen in unserer Mühe und Arbeit auf Erden, die der Herr verflucht hat.

Ihr werdet mit nichten des Todes sterben

hat der Teufel geſagt. O, du Nichtswürdiger, wo ist dein mit nichten? Siehe, wir ster­ben Alle. Wie wahr ist es doch, daß die Sünde der Leute Verderben ist. Eva hat in die Sünde gewilligt, da folgt lauter Jammer und Unglück. Adam wird auch verführt, Gott zürnt, fie werden beide vor Gottes Gericht gefordert, sie fliehen vor Gott, sie fürchten sich, sie verkriechen sich, werden aus dem Paradiese gejagt, Abel wird erwürgt von seinem eigenen Bruder, die Leute siechen, kranken und sterben. Eine Leiche folgt der andern nach, die Erde wird verflucht, der Mensch hat Jammer und Elend in allen Winkeln. Wie schaurig lautet das Wort aus dem Munde Gottes: verflucht sei der Acker um deinetwillen! Und der Schweiß des Angesichtes ist bis auf diese Stunde ein Merk­zeichen, daß Gott Sich nicht spotten läßt. Das Alles dauert, bis der Mensch wieder zur Erde wird, davon er genommen ist. Sein wie Gott hat der Teufel gelogen; zur Erde werden ist der bittere Lohn der Sünde. Der Mensch, der um des Staubes willen sündigte, muß mun um der Sünde willen zu Staub werden.

Um dieses Wortes Gottes willen ist diese Welt ein Jammerthal und bleibt es, was auch Menschen dawider thun und reden wollen. Lamech, der Vater Noah's, erkennt, wie alle Kinder Gottes, den Jammerstand dieses Lebens, weil er ein geöffnetes Auge hat. Und er beugt sich vor dem Walten und vor dem Worte Gottes, indem er von unserer Mühe und Arbeit spricht auf Erden, die der Herr verflucht hat. Dabei thut er ein schön Bekenntniß von unserm Herrn Jesu: der wird uns trösten. Denn was von Noah gesagt ist, gilt von Jesu, der Sich als den wahrhaftigen Noah, d. h. Ruhe- und Trostmann, bekennt mit dem Worte: Kommet her zu Mir, Alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken. Nehmet auf euch Mein Joch und lernet von Mir. Denn Ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Matth. 11, 28. 29.

Gebet. Ach, mein Herr Jesu, Dir gebührt der Ehrenname eines Trostmannes. Du tilgst unsre Sünden, nimmst den Fluch hin­weg und giebst den Segen, bist ein Meister im Reden und Trösten. Am stillen Freitage stillst Du die große Unruhe zwischen Gott, Deinem Bater, und dem menschlichen Geschlechte. Deine aufgespaltene Seite ist die Ruhestätte. Du erwirbst mir die ewige Ruhe durch Deine Ruhe im Grabe und bist mein einziger, voller Trost. Gieb uns Ruhe und Trost in aller unsrer Mühe und Arbeit auf Erden, die der Herr verflucht hat. Segne uns in unserm Berufe, im Hause und in der Gemeine. Amen.

Vater Unser.

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