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den. Nicht ein Stück der Sünde und der Macht des Teufels wird Jesus zerstören, sondern die ganzen Werke des Teufels, und ihm den Kopf zertreten fraft Seiner göttlichen Macht. Sauer wird's Ihm werden, denn die Schlange soll Ihn in die Ferse stechen, und wie hat sie Ihn drei und dreißig Jahre lang gestochen und zuletzt am ärgsten. Aber derselbige" hat's vollbracht.
An diesem Evangelium hat sich Adam zu Tode gepredigt, alle Propheten haben nur Postillen über dieses erste Evangelium geschrieben und der Kraft, in diesen Worten verborgen, nachgefonnen. Dies ist der rechte christliche Glaube und bleibt's auch allein.
Gebet. Herr Jesu Christ, ich erkenne und bekenne, daß Du wahrhaftig Mensch geworden bist, vom heiligen Geist empfangen. Du haſt der Schlange den Kopf zertreten, der Du wahrhaftiger Gott bist. Dut hast Deine unzerbrochenen Gebeine am Krenze zur Erde zugestreckt, anzuzeigen, daß Du durch Deinen blutigen Tod die Schlange zertreten hast. Ach, wie schrecklich und groß muß die Last unserer Sünden sein, weil sie auf keine andere Weise hat können getilgt werden. Herr Jesu, Du bist derselbe, von welchem Adam und Eva im Paradiese gehört haben. Ach laß auch mich Dich recht erkennen und lieben und mit Dir durch alle Noth und Elend ritterlich hindurchdringen. Amen. Vater Unser.
Dienstag nach dem 1. Advent.
Mel.: Wie soll ich Dich empfangen.
Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stund in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch Reichthun thut.
Nichts, nichts hat Dich getrieben Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Damit Du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerslast, Die kein Mund kann aussagen,
So fest umfangen hast.
( Vers 4 und 5 aus: Wie soll ich Dich empfangen.)
1 Mos. 3, 17-19. u. 1 Mof. 5, 28. 29.
Und zu Adam sprach der Herr: Dieweil du haft gehorchet der Stimme deines Weibes, und gegeffen von dem Baum, davon ich dir gebot, und sprach: Du sollst nicht davon effen; verflucht sei der Acker um deinet willen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Lebenlang. Dornen und Diffeln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Selde effen. Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brod efsen, bis daß du wieder zu Erde werdest, wovon du genommen bist. Denn du bist Erde, und sollst zu Erde werden. Lamech
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