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Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von Joseph Frey. Mit bischöfl. Approbation
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Belehrungen.

ein solches Leben wohl der Größe und dem Adel des Menschen entsprechend? Selbst der Heide Se neka erkannte hierin die ganze Herabwürdigung des Menschen, indem er spricht: Ich bin zu groß, und zu viel zu Großem geboren, als daß ich ein Sklave meines Leibes sein sollte."

Willst du nun wissen, christlicher Jüngling, wie du in dieser so nothwendigen Tugend dich üben könnest, ohne dadurch deine Jugendfreuden zu stö ren, und dein Leben zu verbittern: so nimm mit willigem Herzen die kleine Anleitung hin, die ic dir gebe. Sei überzeugt, die Abtödlung wird so schwer dir nicht fallen, wenn du nur mit gutem Willen und männlicher Entschlossenheit die Sache angreifest. Ertrage daher mit christlicher Liebe ohne Zeichen der Ungeduld die kleinen Neckereien deiner Genossen, die beißenden Worte böswilliger Mitschüler; nimm mit Gelassenheit und Ruhe a die vielen oder unangenehmen Schularbeiten, ver richte sie mit Beharrlichkeit und Fleiß; sei unver drossen im Studium, auch wenn du nicht daz aufgelegt bist; in Speise und Trant thue dir bis weilen einen kleinen Abbruch, genieße außer de Zeit von einer Mahlzeit zur andern nichts; weng in heißen Sommertagen der Durst dich quält, stille ihn nicht so bald du kannst, warte einige Mi nuten; ertrage mit Geduld Hiße und Kälte und unangenehme Witterung; statt Vergnügungen nach zugehen, besuche in der dazu bestimmten Zeit eint Kirche, oder breche um eine Minuten die Erhe lung ab, und verwende sie zum Gebete; erhebe did schnell aus dem Bette, wenn du geweckt wirst, ode die Tagesordnung es erfordert; verrichte deine täg lichen Gebete knieend, einigemal auch mit ausge spannten Armen; gib von deinem Taschengeld welches deine Eltern dir zu deinem Vergnügen ge ben, von Zeit zu Zeit etwas den Armen u. s. 1