Worin der studirende Jüngling sich üben soll.
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sich erheben, die deinen Ungestüm hemmen; es werden endlich Ereignisse eintreffen, die deine Freude trüben, und so wird Kummer, Verdruß, Unruhe und Verwirrung dich beherrschen und quälen. Hast du aber deine verdorbenen Neigungen unter deiner Herrschaft und hast du dich gewöhnt, deine Leidenschaften im Zaume zu halten, dann vermeidest du viel Betrübniß des Geistes, und die Widerwärtigfeiten werden nicht im Stande sein, deinen Frohfinn zu trüben und den Herzensfrieden zu stören.
3. Ohne Abtödtung und Selbstverläugnung bist du kein Christ. Ein Christ ist ein Nachfolger Jefu Christi, ein Mensch, der Christo angehören will. Nun aber sagt Christus: Wer mir nachfolgen will, der verläugne sich selbst;"( gut. IX, 23.) und Paulus lehrt:, Die, welche Christo angehören, haben ihr Fleisch gefreuzigt, sammt den Lastern und Gelüsten."( Galat. V, 24.) Abtödtung und Selbstverläugnung ist also Grundbedingung eines wahren Christen; ohne sie wirst du nie deinem göttlichen Vorbilde ähnlich werden, nie seine Sanftmuth, seine Demuth, seine Liebe haben; du wirst teine Reuschheit besiken, die doch der schönste Schmuck des Christen ist, aber nur durch Abtödtung erlangt und bewahrt werden kann; keine Nüchternheit, ohne welche man nach der Lehre des hl. Petrus in die Schlingen des Satans fällt. Alles aber, was du scheinbar Gutes an dir hast, ist ohne Abtödtung, wie der Hl. Augustin von den Tugenden der Heiden jagt, nur ein glänzendes Laster.
4. Ohne Abtödtung und Selbstverläugnung bist du nicht einmal ein Mensch; denn dadurch unterscheidet sich der Mensch vom Thiere, daß er nach dem Geiste, das Thier nach den Gelüsten lebt und von ihnen sich leiten läßt. Ohne Abtödtung leben, was ist das anders, als nach den Gelüsten leben und folglich ein ganz thierisches Leben führen? Ist


