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Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von Joseph Frey. Mit bischöfl. Approbation
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Belehrungen.

nung ist. Abtödtung ist Unterwerfung der un geregelten Gelüste des Fleisches und der Sinnlich feit unter die Herrschaft des Geistes; Selbstver läugnung ist Beherrschung der leidenschaftlichen Regungen und verkehrten Neigungen des Herzens Abtödtung ist äußerlich, und betrifft das Fleisch; Selbstverläugnung ist innerlich, und bezieht sich auf die der Tugend widerstrebenden Neigungen des Her zens. Wie notbwendig sie auch dir sei, mag Fol gendes dir beweisen:

1. Ohne Abtödtung und Selbstverläugnung kannst du unmöglich einigen Fortschritt in der Tu gend machen; denn du neigst von Natur zur Sinn lichkeit und dem damit verbundenen Laster hin, und wirst, wenn du dieser Neigung nicht mit Gewalt dich widersetzest, immer tiefer und tiefer in's Böse hineingetrieben, gleich dem Kahne, der stromauf wärts soll, aber von Niemanden getrieben, vom reißenden Wasser immer weiter stromabwärts ge rissen wird.

2. Ohne Abtödtung und Selbstverläugnung bis du ein Sklave der Leidenschaften, die dich in schmäh lichen Ketten halten und zu Handlungen zwingen die du selber verabscheuest. Öhne Abtödtung und Selbstverläugnung wirst du trägę, zornmüthig, ne disch, ehrsüchtig, wollüstig und feindselig sein, und in Folge dessen nie den Frieden des Herzens ge nießen, sondern unzufrieden sein mit dir, deine Lage und deiner Umgebung, und auf diese Weise dir selbst viele Stunden verbittern. Dein Her wird dem stürmischen Meere gleichen, wo Alles in Aufregung ist. Einen Sturm erregt in dir dein Hang zum Stolze, einen Sturm deine Ungeduld einen Sturm deine unbefriedigte Sinnlichkeit. G ist unmöglich, daß Alles dir nach Sinn und Wunsc geht; du wirst viele bittere Worte hören müssen die deine Eitelkeit verletzen; es werden Hindernis

Univ.- Bibl. Giessen