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Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von Joseph Frey. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
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Worin der studirende Jüngling sich üben soll. 21

5. Willst du aus dem Stande der Sünde in den Stand der Gnade gelangen, so kannst du dies nur durch die Gnade Gottes. Sie ist es, welche dich ruft, dich ermuthigt; sie ist es endlich, welche dir die nöthige Kraft zum Aufstehen und zur Rückkehr verleiht. Wie aber erlangst du diese Gnade? Der hl. Auguftin sagt es dir mit den Worten: Wir glauben, daß Niemand den göttlichen Beistand er­hält, als der darum bittet. Die Worte des hl. Augustinus find auch die Lehre der Kirche. Daraus folgt, daß das Gebet der erste Weg ist, zur Befferung zu gelangen; das erste Mittel, den beleidigten Gott zur Erbarmung zu bewegen; das erste Brett, um sich aus dem Schiffbruch zu retten. Kehret euch zu mir, spricht der Herr der Heerschaaren, so will ich mich zu euch kehren."( Bach. I, 3.)

Dies Wenige möge dich überzeugen, daß du ohne Gebet dein Seelenheil nicht wirken kannst, und daß du folglich demselben mehr und eifriger obliegen mußt, als es bis jetzt geschehen ist. Aber du sagst vielleicht, das Gebet sei etwas jo Trüb­sinniges und Unerquickliches, daß es dich immer große Uleberwindung koste, auch nur einige Augen­blicke demselben zu weihen. du wirklich noch nie den Trost und die Wonne des Es mag sein, daß Gebetes verkostet hast. Du kennst vielleicht bis jetzt nur die üppigen Freuden finnlicher Gelüste, die das Herz aufregen, aber nicht beruhigen, die Leidenschaften entzünden, aber nicht befriedigen. Du kannst dir daher keine Vorstellung machen von den himmlischen Tröstungen, den reinen Freuden heiliger Liebe Gottes, dem Versenken in Gottes hl. Tiefen; daher ist eine solche Sprache dir auch un­verständlich, und dein Herz, gewohnt an sinnliche, thierische Freuden, nicht mehr empfänglich für himm­lische Luft. Aber koste einmal im Gebete aus die­sem Becher der himmlischen Wonne, und du wirst