Druckschrift 
Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von Joseph Frey. Mit bischöfl. Approbation
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Belehrungen.

solcher Waffen dich bedienen, welche der Feind fürch tet, mit denen du ihn erlegen oder in die Flucht schlagen kannst Nun aber gibt es nach der ein stimmigen Lehre der hl. Kirchenlehrer dafür keine bessere Waffen, als eben das Gebet. Dies behaup tet der Hl. Chrysostomus mit den Worten: Wenn die Teufel uns beten sehen, so ziehen sie sich eilende zurück, gleich den Dieben, wenn sie das Schwert des Soldaten gegen sich gezückt sehen." Das Gleiche sagt der heil. Bernard: Das Gebet entfernt die Pfeile des Teufels, es ist die erste Kraft gegen die Anfälle der Versuchung."

3. Willst du den Himmel erkaufen, so mußt du es thun durch gute Werke; dazu aber hast du die Hülfe Gottes vonnöthen: Ohne mich könnt ihr nichts thun."( Joh. XV, 5.) Die Gnade Gottes ist es, die uns antreibt und leitet, die uns erleuchtet und zurechtweist, die unsern Willen zum Guten anregt und unsern Werken einen übernatürlichen Werth beilegt. Ohne Gebet aber erhält man feine Gnade; so lehrt die Kirche, so geht es hervor aus so vielen Stellen der hl. Schrift, wodurch wir zum Gebete so dringend aufgefordert werden. Deshalb nennen die hl. Väter das Gebet den Schlüssel zu himmlischen Schatzkammer, die geheimnißvolle Lei ter zu den Erbarmungen Gottes.

4. Willst du in der Gnade Gottes und folglic in der Liebe Gottes sterben, so mußt du beten denn die Gnade der Beharrlichkeit kann, wie de hl. Auguſtin lehrt, nicht durch gute Werke verdient nur durch Gebet erhalten werden. Wehe dir, wenn du im letzten entscheidenden Kampfe, in welchem de Feind mit doppelter Wuth die entkräftete Seel bestürmt, allein kämpfen mußt; wehe, wenn du fi jenen verhängnißvollen Augenblick, von dem der ewiges Loos abhängt, nicht vorher durch anhalter des Gebet Vorsorge getroffen haft!

11

" 1