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Gebet in der Anfechtung.
O Gott! dessen Barmherzigkeit kein Ende hat, dessen Güte alle Morgen neu wird; siehe, ich komm vor dein Angesicht und schütte meinen großen Kummer und mein betrübtes Herz vor dir aus. Dir ist bekannt mein großes Elend; meine Seele ist betrübt, mein Geist ist geängstet und Leiden hat mich umgeben ohne Zahl. Ich sehe mich um nach Helfern und finde keine; dir aber, o Gott, klage ich mein Leid; denn ich weiß, du bist barmherzig und läsfest dich unser Elend jammern. Darum komme ich zu dir und spreche: Ach, erbarme dich über mich! ich bin dein Geschöpf, darum wirst du das Werk deiner Hände nicht lassen. Ja, ich bin dein Kind, daß du in der heiligen Taufe in deine erbarmenden Vaterarme aufgenommen haft; darum spreche ich: mein Vater, erbarme dich deines verlassenen Kindes. Mein Jesu, ich bin erkauft mit deinem Blut; darum wirst du dich deines Eigenthums erbarmen. Laß deinen Geist, den Tröster, das Zeugniß in meine Seele legen, daß ich bei allem Leiden noch ein Kind Gottes sei und wenn ich im Gebet ermatte, so laß ihn mich vertreten mit unaussprechlichen Seufzern. Siehe, ich finke; ach, biete mir deine Hand; gib mir Freudigkeit des Herzens und rufe stets in meine Seele: du bist nicht verlassen, ich will mich deiner erbarmen; ich bin bei dir in der Noth; ich will dich herausreißen. Bitte für mich, daß mein Glaube nicht aufhöre, meine Hoffnung nicht sinke, daß es vielmehr bei mir heiße: dennoch bleibe ich stets bei dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand; du leitest mich nach deinent Rath und nimmst mich endlich mit Ehren an.
Gib Geduld, daß ich gelassen Mög' umfassen
Meine Leiden sanft und stille; Laß sich beugen alles Harte, Daß ich warte,
Wie und wann der Herr es will! Amen.


