Gebet in Armuth.
Himmlischer Vater! Du weißt, daß ich für mich und die Meinigen neben den geistlichen Gaben auch die leibliche Nahrung nöthig habe, hast mir aber verboten, mich mit Nahrungssorgen zu quälen, das Beten aber geboten. So komme ich denn zu dir, und bekenne dir meinen Mangel und Dürftigkeit. Ich werfe meine Sorge auf dich und halte dir vor dein Wort: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Laß mich denn erfahren, daß du solche Verheißungen auch an mir erfüllst, und stärke meinen Glauben, daß du, wie du die Vögel unter dem Himmel nährest und die Feldblumen kleidest, also auch mich, der ich ein nach deinem Bild geschaffener Mensch bin, mit Nahrung und Kleidung nach meinem Bedürfniß versorgen könnest und werdest. Herr Jesu, der du selbst im Stande deiner Erniedrigung arm gewesen bist, und nun zur Rechten deines Vaters sizest, siehe auf uns Arme, erbarme dich unser, hilf uns. Segne unsere Arbeit und lenke die Herzen der Menschen, mit denen wir es zu thun haben, zur Gütigkeit und Freundlichkeit gegen uns. Bewahre uns aber auch vor Unzufriedenheit, Mißgunst und allen unrechten Wegen, uns Brod zu verschaffen. Hilf uns durch deine Gnade und Vorsorge vollends durch die Wüste dieser Welt hindurch, und laß mich und die Meinigen das Glück des armen Lazarus erlangen, dessen Seele von den Engeln in Abrahams Schoß getragen und in jener Welt reichlich getröstet worden ist. Ja, schenke, uns allen das unvergängliche, unbefleckte und unverwelkliche Erbe, welches im Himmel behalten, und auch den gottseligen Armen aus Gnaden gegeben wird.
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Da ist Reichthum, der recht wichtig, Da ist Leben, das nicht flüchtig; Jesu, dahin ziehe mich.
Um die Güter jenes Lebens Ist das Ringen nicht vergebens,
Und die Frucht währt ewiglich! Amen.


