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Johann Friedrich Stark's Morgen- & Abend-Andachten frommer Christen auf alle Tage im Jahr / bearb. von K. Ch. E. Ehmann
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Gebet eines Kranken.

Heiliger Vater, mein gegenwärtiges Leiden kommt von dir. Decke mir bei demselben das tiefe Verderben meiner Seele auf. Ich weiß zwar wohl, daß ich ein armer Sünder bin, fühle aber doch in mir die Traurig­keit, Scham und Reue noch nicht, die ich fühlen sollte. Ja, ich kenne mich selbst noch nicht genug. So sende denn dein Licht in meine Seele, und decke mir durch dasselbe meinen Zustand noch weiter auf. Laß dein heiliges Gesetz seine Wirkung bei mir haben und mir zur Erkenntniß meiner Sünden helfen. Dein Geist strafe stets, was er an mir Sündliches weiß, daß ich auch aus diesem Werk deine Liebe und Gunst vermerke. Bewahre mich vor Leichtsinn, Sicherheit und falschem Trost. Hilf mir, daß ich recht und gründlich bekehrt werde; ja hilf mir, daß ich in der Buße tief grabe, und als ein kluger Mensch mein Christenthum nicht auf den Sand der eiteln Einbildung, sondern auf Chri­ftum, als den Fels baue, damit es in den bevorstehen­den Versuchungen, ja in der Todesnoth fest stehe und nicht falle. Bewahre mich, daß ich nicht unter den­jenigen erfunden werde, die sich dünken lassen, sie seien etwas, da sie doch nichts sind, und sich also selbst be= trügen. Du bist treu und meinest es gut mit allen Menschen. Ich übergebe mich nun in deine treue Für­forge. Wirke in mir, was zum Heil meiner Seele nöthig ist. Ersete mir den leiblichen Schaden durch geistliche Gaben, und hilf mir dazu, daß es von mir Heiße: dieser war todt und ist lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.

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Ja, weil du der Menschen Plagen Und der Sünden schwere Last Als das Gotteslamm getragen, Und dich selbst geopfert haft: So vergib mir meine Sünden, Dent an mich auf deinem Thron, Laß in dir mich Frieden finden, Sage: sei getrost, mein Sohn! Amen.