7. Januar.
Norgen.
Matth. 11, 29. Lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
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Heiliger Gott, liebreicher Vater, stelle mir heute das Beispiel Jesu vor Augen, daß ich von ihm lernen möge. Ich kann ja nicht selig werden, wenn ich nicht Jesu Nachfolger bin. Ich beklage, daß ich so viel Böses von der Welt gelernt, so lange ihr gehorsamer Schüler gewesen. Du siehest die Gewalt des Fleisches, wie es mich oft zum Zorn reizt, wenn es nicht nach meinem Willen geht; weil aber des Menschen Zorn nicht thut, was recht ist, so laß mich sanftmüthig werden, wie Jesus war, der nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litt. Gib mir des Lammes Sinn und Art, des Lammes Wort und Werk, auf daß ich ihm auch einst in der Herrlichkeit folgen möge. Regt sich Stolz und Verachtung des Nächsten in mir, so drücke mir das demüthige Jesusbild in mein Herz, welcher, ob er wohl Gottes Sohn war, sich doch nur des Menschen Sohn nannte. Bewahre mich vor der falschen Demuth, die äußerlich demüthig spricht und sich stellt, aber inwendig voll Stolz und Geringschätzung des Nächſten ist; so werde ich Ruhe finden vor den Anläufen des stolzen Satans, Ruhe vor den Reizungen des rachgierigen Fleisches, Ruhe in deiner Liebe, mein Vater, Nuhe in deiner Gnade, o Jesu, Ruhe in der Gemeinschaft des heiligen Geistes. Laß mich in solcher Ruhe leben und bleiben, bis ich endlich als dein Kind zur ewigen Ruhe gelangen möge.
Ach du Gott der wahren Ruh', Gib auch Ruhe mir!
Was ich denke, red' und thu, Streb' nach Nuh' in dir. Gib Ruh' dem Geist.
Schließt sich dann mein Auge zu, So führ' Leib und Seel' zur Ruh, Dem Himmel zu. Amen.


