6. Januar. Abend.
Matth. 2, 11. Und sie thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen.
12
Herr Jesu, du bist mein Licht, dich will ich niemals aus meinem Herzen lassen. Du hast dich selbſt mir zu eigen gegeben, ich möchte dich auch wieder beschenken. Aber was habe ich, das ich dir geben könnte? Nackend bin ich von meiner Mutter Leibe gekommen, nackend werde ich wieder dahin fahren. Ich schenke dir eine geringe Gabe, nemlich mein Herz; erfülle es mit deiner Liebe, mit Glauben im heiligen Geist. Ich schenke dir das Gold meines schwachen Glaubens; Herr, mehre, stärke und erhalte denselben. Ich schenke dir den Weihrauch meines Gebets; erhöre es, und laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens. Wenn ich zu dir schreie, so schweige mir nicht, und laß mich Gnade finden. Ich schenke dir die Myrrhen meines zerschlagenen Herzens, da mir meine Sünden durch deines Geistes Licht bitter und ein Greuel geworden sind; verzeihe mir dieselben, und heilige dir mein Herz zu deiner Wohnung. Ich schenke dir meinen Willen, ändere ihn; meinen Verstand, erleuchte ihn; mein Leben, regiere es; meine Gedanken, daß sie immer deiner Ehre voll seien. Bei dir will ich einschlafen und ruhen und fröhlich erwachen. Laß auch im Traum mich mit dir umgehen und wenn ich erwache, noch bei dir sein. Laß mich meine Wallfahrt im Glauben vollenden, und im Sterben wiederkehren in mein Heimat- Land, in das VaterHaus des Himmels, da du mir eine Stätte bereitet haſt.
Ich steh' an deiner Krippe hier, DJesu, du mein Leben!
Ich komme, bring' und schenke dir, Was du mir hast gegeben;
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth, nimm alles hin, Und laß dir's wohl gefallen. Amen.


