Druckschrift 
Paul Gerhardt's geistliche Lieder getreu nach den besten Ausgaben abgedruckt / hrsg. von Fr. v. Schmidt
Entstehung
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Paul Gerhardts Geistliche Lieder.

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niedern Hüllen") gelungen, den Ton des Gerhardtschen Liedes nahezu zu treffen.

Daß Gerhardt auch manchen Fehler gemacht, daß sich auch in sei­nen Liedern mancherlei Härten des Ausdrucks, trockne, breite, ja ge= schmacklose Stellen finden, daß er bisweilen veraltete Wörter und For­men gebraucht, wer wollte das läugnen? Wir müssen sogar weiter gehen und zugestehen, daß er ein Lied gedichtet hat, das entschieden nicht als ein gutes bezeichnet werden kann, nämlich das Lied: Herr, ich will ja gerne bleiben wie ich bin, dein armer Hund". Doch wir wissen auch, daß dieses Lied nur eine Übersetzung eines lateinischen von Nathan Chyträuß ist. Und haben nicht auch unsre größten Dichter Fehler gemacht, und ist es wohl zu verlangen, daß ein Dichter, der eine größere Anzahl von Liedern verfertigt hat, immer im Sonntagsrock vor uns erscheine?

Was die Ausgaben der Gerhardtschen Lieder betrifft, so haben wir die besten neueren schon am Anfang unsrer Nachrichten über das Leben unfres Dichters angeführt, wollen daher hier nur noch einige ältre nachtragen. Zuerst erschienen Gerhardts Lieder auf einzelnen fliegen­den Blättern und sodann in verschiedenen Gesangbüchern jener Zeit. Das älteste dieser Gesangbücher wurde von Gerhardts persönlichem Freunde, dem Küster seiner Kirche, Johann Crüger, in Berlin schon 1648 unter dem Titel: Praxis pietatis melion herausgegeben und ent­hielt schon achtzehn Gerhardtsche Gedichte,( worunter einige seiner besten) die also noch in seine Candidatenzeit fallen. Die Lieder Wach' auf mein Herz und singe", ,, Nun ruhen alle Wälder", ,, Ein Lämmlein geht Sodann er­und trägt" u. a. stammen z. B. schon aus dieser Zeit.

schien 1653 auf Verordnung der Kurfürstin Luise Henriette ein Ber­liner Gesangbuch", in welchem außer den eben erwähnten achtzehn noch zwanzig andre Lieder von Gerhardt standen; so z. B. die Lieder: Beuch ein zu deinen Thoren"," Wie soll ich dich empfangen", ,, Warum willst du draußen stehen", ,, Nun laßt uns gehn und treten", Ich finge dir mit Herz und Mund". Diese Lieder sind alle vor Gerhardts Berufung nach Berlin und vielleicht noch während der Zeit des dreißigjährigen Krieges entstanden. Im Jahre 1656 ließ Crüger eine neue Ausgabe feiner Praxis pietatis melica erscheinen, worin sich wieder 47 neue Lieder von unsrem Dichter vorfinden. In dieser Ausgabe finden wir zuerst die herrlichen Lieder: ,, Befiehl du deine Wege"," Du bist ein Mensch", Fröhlich soll mein Herze springen", ,, Geh aus mein Herz", Gott Lob, nun ist erschollen", Ich steh an deiner Krippe hier"," Ift Gott für mich, so trete", ,, D Haupt voll Blut und Wunden", Sollt' ich meinem Gott nicht singen", Wir singen dir Immanuel". Auch diese Lieder sind also noch vor Gerhardts Berufung nach Berlin ent­