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Paul Gerhardts Geistliche Lieder.
der erlaubte Amt nicht wieder betreten will, welches er dann vor dem höchsten Gott zu verantworten haben wird, so wird der Magistrat in Berlin ehestens einige andre friedliebende, geschickte Leute zur Ablegung der Probepredigt einladen, aber selbe nicht eher vociren, bis sie zuvörderst S. R. Durchlaucht von dero Qualitäten unterthänigsten Bericht abgestattet haben."
Auch ein Bittschreiben, das Gerhardt an den Kurfürsten selbst richtete, blieb erfolglos. Daher entsagte er im Februar 1667 seinem Amte. Dafür, daß er seiner Überzeugung mit Freuden dieses Opfer brachte, bürgt uns sein in jenen schweren Tagen gedichtetes Lieb:„ Ich danke dir mit Freuden."
Er lebte nun drei Jahre lang ohne Amt in Berlin, wo die Liebe seiner Gemeinde Noth und Sorge von ihm und den Seinigen fern hielt und ihn reichlich mit allem, was zu des Leibes Nahrung und Nothdurft gehörte, versorgte. Um diese Zeit und zwar im März 1668, verlor er auch seine treue Gattin, wodurch ein starkes Band gelöst wurde, das ihn an Berlin gefesselt hatte, und es ihm leichter gemacht wurde, einem Ruf in das Ausland zu folgen. Ein solcher erging im September 1668 von Seiten des Magistrats zu Lübben im Herzogthum Sachsen- Merseburg an ihn. Dort sollte er das Archidiaconat ( die erste Pfarrstelle) übernehmen. Durch langwierige und höchst unangenehme Verhandlungen mit dem Magistrat über Gehalt und Amtswohnung aber wurde sein Amtsantritt bis zum Mai 1669 verzögert.
In Lübben hat er zwar noch sieben Jahre als Seelsorger in reichem Segen gewirkt, aber keine Lieber mehr zur Ehre des Herrn gefungen. Wenigstens besigen wir kein einziges Lied aus jener Zeit von ihm. Nachdem er noch manche Sorge und manchen schweren Kampf mit dem Magistrat zu Lübben, der ihn keineswegs nach Verdienst zu würdigen wußte, durchgemacht, schlug endlich am 7. Juni 1676 die Stunde, wo der Herr den reichbegabten Sänger in sein ewiges Reich rief, damit er einstimmen möchte in die Lieder, welche die himmlischen Heerschaaren ihm singen von Ewigkeit zu Ewigkeit. In seinen letzten Augenblicken tröstete er die Seinen, die trauernd sein Lager umstanden, mit den Worten seines Liebes:
Kann uns doch der Tod nicht tödten, Sondern reißt unsern Geist
Aus viel tausend Nöthen;
Schleußt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, daß man kann Gehn zu Himmelsfreuden.
In der Nähe des Altars der Hauptkirche zu Lübben ist sein Grab. Darüber hängt noch sein lebensgroßes Ölbild, unter dem man die


