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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern : [nebst] Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen
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Lob- und Danflieder.

meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euren Fleiß, und stehet mun­ter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich!

4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blu­men, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet seyn, und stimmet lieblich mit mir ein.

5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in fich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn.

6. Dir sey, o allerliebster Va­ter, unendlich Lob für jede Gab; Lob sey dir, mildester Berather, für alles, was ich bin und hab, für alles Gute in der Welt, das du zu meinem Heil bestellt.

7. Mein treuster Jesu, sey ge­priesen, daß dein erbarmungsvolles Herz fich mir so hülfreich hat er wiesen, und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans Macht und Grausamkeit zu deinem Eigen­thum befreit.

8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o heilig werther Got­tes Geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Le­bens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht.

11

Gott? Wer schüßet mich auf mei­nen Wegen? Du, du, o Herr Gott zZebaoth! Du trägft mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld.

9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher

10. Vor Andern füß ich deine Ruthe, die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu Gute, und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sey.

11. Ich hab es ja mein Lebe­tage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreu durch alles hast ge­führt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr.

12. Wie sollt ich nun nicht vol­ler Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tief­sten Leiden nicht triumphirend ein­her gehn? Und fiele auch der Him­mel ein, so will ich doch nicht trau­rig seyn.

13. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird kraftlos seyn, so stimm ich doch mit Seufzen ein.

14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halle­luja vor.

Icbarni Menger geb. 1658,+1734.