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Die Herrlichkeiten Mariens / von hl. Alphons von Liguori. Für das deutsche Volk umgearbeitet und mit Andachts-Uebungen vermehrt von Anton Merk. Verbessert hrsg. von J. B. Kempf
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28 Erster Theil. Auslegung des Salve Regina.

alle, die ob ihrer Missethaten den Tod verdient haben, als Zufluchtsstätte bestimmt worden? Ja, Maria ist vorzüglich bestrebt, den Sündern, die fie anrufen, die Gnade einer vollkommenen Bekeh­rung und Aussöhnung mit Gott zu erlangen, wie dies unzählige Menschen, die durch ihre Fürbitte befehrt und zur Seligkeit geleitet worden sind, bezeugen und alle Sünder erfahren können, die, um von den Banden ihrer Sünden erledigt zu werden, ihren Beistand mit Demuth und Ver­trauen anflehen wollen.

Aus diesem Grunde vergleicht der Hl. Bona­ventura Maria mit der Taube, die den Delzweig, das Sinnbild des Friedens und der Versöhnung, in die Arche gebracht hat; und der Hl. Bernar­din sagt, sie sei der wunderbare Regenbogen, wel­chen Gott nach der Sündfluth zum Zeichen der Versöhnung erscheinen ließ. Papst Innocenz III. nennt sie den Mond, durch den die Finsterniſfe der Sünde zerstreut worden. Endlich ist ein vor­züglicher Geistesmann, der fromme Ludovicus Blo sius, der Meinung, es sei fein jo abscheulicher Sünder auf Erden, welchem die seligste Jungfrau die Hand zu bieten und die Arme ihrer Barm herzigkeit zu öffnen nicht bereit wäre, wenn er ihren Beistand anfleht. Und," sest er hinzu, jo lange die Zeit der Gnade währet, kann diese Mut ter der Barmherzigkeit von den elenden Sündern, die sie anrufen und ein Verlangen tragen, sich zu bekehren, ihre gebenedeiten Augen nicht abwen­den. Sie bittet Gott für dieselben unablässig mit der Zärtlichkeit einer Mutter und nimmt sich be sonders ihres Heiles an; und darum wird keiner