1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin'. 27 Sünde verlassen zu können, weil, wie der hl. Thomas lehrt, das Gebet des Sünders, obschon verdienstlos, dennoch geeignet ist, die Gnade der Verzeihung zu erlangen, da die Kraft, etwas zu erhalten, nicht auf dem Verdienste dessen, der bittet, sondern auf der Güte Gottes und auf dem Versprechen Jesu beruht, der gesagt hat: Jeder, der bittet, empfängt." Dies kann man nun auch auf das Gebet anwenden, das man an Maria richtet. Der hl. Anselm sagt: ,, Wenn der, welcher bittet, auch nicht verdient, erhört zu werden, so werden doch die Verdienste Mariens, an die er sich wendet, bewirken, daß Gott ihn erhöre;" und darum richtet auch der hl. Bernard die Mahnung an alle Sünder, Maria um ihren Beistand zu bitten und ein großes Vertrauen auf die an sie gerichteten Gebete zu setzen, weil, wenn sie als Sünder auch nicht verdienen die Gewährung ihrer Bitten zu erhalten, ihnen dennoch um der Verdienste Mariens willen jene Gnaden ertheilt werden, um die sie durch ihre Vermittelung zu Gott flehen., Wenn eine Mutter wüßte," fügt derselbe Heilige hinzu, ,, ihre beiden Söhne haßten sich dergeſtalt, daß der eine dem Leben des andern nachstellte, so würde sie gewiß die größte Sorge tragen, beide wieder zu versöhnen. Nun ist Maria aber die Mutter Jesu und zugleich die Mutter der Menschen; erblickt sie demnach einen Sünder, der als solcher ein Feind Jesu Christi ist, so gibt fie sich alle mögliche Mühe, ihn wieder mit Jeſu auszujöhnen." Nennt nicht der hl. Ephrem Maria, die Zuflucht der Sünder'? Sagt nicht der hl. Johannes von Damascus, sie sei von Gott für
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