Druckschrift 
Die Herrlichkeiten Mariens / von hl. Alphons von Liguori. Für das deutsche Volk umgearbeitet und mit Andachts-Uebungen vermehrt von Anton Merk. Verbessert hrsg. von J. B. Kempf
Entstehung
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1. Capitel., Gegrüßet seift du, Königin'. 21 besonderer Liebe zugethan; denn die Mütter pfle= gen jene Kinder in der Regel mehr zu lieben, die sie mit größern Schmerzen geboren haben. Wir sind nun jene Kinder, um derentwillen Maria das theure Leben ihres Sohnes, damit wir zum Leben der Gnade gelangten, Gott hat aufopfern, um de­rentwillen sie Ihn vor ihren Augen an dem Ueber­maße seiner Leiden hat sterben sehen müssen. Und gerade darum, weil wir durch dies Wiedergebo­renwerden zum Leben der Gnade ihr so viel Schmerzen verursacht, sind wir ihre liebsten Kin­der geworden. Was die heilige Schrift sagt von der Liebe des ewigen Vaters zu uns, da Er zu unsrer Erlösung seinen Sohn dahingab, das läßt sich auch, nach dem hl. Bonaventura, auf Maria anwenden: Also hat Maria uns geliebt, daß sie ihren eigenen Sohn dahingab. Sie hat Ihn dahingegeben, da sie kein Wort zu seiner Ver­theidigung sagen wollte, um seinen Erlösungstod nicht zu verhindern; sie hat Ihn dahingegeben, da sie drei Stunden lang am Fuße seines Kreuzes verweilte und mit einem Uebermaß von Schmerz und Liebe sein Leben dem himmlischen Vater auf­opferte. Sie war so standhaft bei dem Leiden Christi, daß, so behaupten der hl. Anselm und der hl. Antonin, sie in Ermangelung der Richterknechte ihren Sohn selbst gefreuzigt haben würde, nur damit der Wille des ewigen Vaters, der Christum für unser Heil in den Tod geben wollte, erfüllt Wenn Abraham bereit war, mit eigenen Händen seinen Sohn zu opfern, und da­durch einen so großen Beweis von Gottergebenheit an den Tag legte, so können wir sicher anneh­

worden wäre.