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Die Herrlichkeiten Mariens / von hl. Alphons von Liguori. Für das deutsche Volk umgearbeitet und mit Andachts-Uebungen vermehrt von Anton Merk. Verbessert hrsg. von J. B. Kempf
Entstehung
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1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin'. 9

rufen. Nachdem sie jedoch aus Furcht, sie möchte den König dadurch nur noch mehr erzürnen, dies ausgeschlagen, habe ihr Mardochäus Vorwürfe ge­macht und gesagt: sie müsse nicht blos auf sich selbst und ihre eigene Rettung bedacht sein; denn der Herr habe sie darum auf den Thron gesetzt, auf daß sie allen Juden zu Hilfe komme. ,, Glaube nicht," lauten seine Worte, daß du nur dein Leben retten sollst, weil du vor allen Juden im Hause des Königs bist."( Esth. 4, 13.) Als nun Esther vor dem König Assuerus erschien, warf er ihr einen Blick der Liebe und des Wohlwollens entgegen und sagte: Was ist dein Begehren?" Sie gab ihm zur Antwort: ,, Habe ich Gnade ge= funden in deinen Augen, o König, und gefällt es dir, so schenke mir mein Volk, für das ich Für­bitte einlege." Assuerus erhörte sie und ließ den Befehl zurücknehmen.

Wenn nun Assuerus der Esther, weil er sie liebte, das Leben der Juden schenkte, wie würde Gott wohl Maria, die Er doch so unendlich liebt, unerhört lassen, wenn sie für Sünder, die zu ihr die Zuflucht nehmen, ihre Fürbitte einlegt? Wenn sie Ihm zuruft: Schenfe mir mein Volk!" wäre es wohl möglich, daß Gott ihr solche Bitte nicht gewährte? Der hl. Bernard fragt, warum die Kirche Maria eine Königin der Barmherzigkeit nenne, und antwortet selbst: ,, Weil wir glauben, daß sie die Tiefe der göttlichen Barmherzigkeit öffnet, wem sie will, wann sie will, und wie sie will, ja, daß es keinen Sünder gebe, der, so groß auch seine Missethaten sein mögen, verloren gehe, wenn Maria ihm beisteht.