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boten hatte, länger als eine Stunde vor dem heiligsten Altarssakramente zu bleiben, Jedermann es wahrnehmen konnte, welche Mühe es ihm kostete, nach Verlauf dieser Zeit, dem Gehorsam zu genügen und vom Herzen seines Jesus sich loszureißen. Einem Säuglinge glich er, der von der Mutterbrust mit Gewalt entfernt wird, wenn er eben mit der größten Begierde seine Nahrung genießt. Mußte er sich dann endlich doch entfernen, so blieb er noch eine Weile stehen, sein Auge haftete am Altare und immer wieder verneigte er sich, als brächte er es nicht über sich, von seinem göttlichen Herrn sich zu verabschieden, dessen Gegenwart ihm so süß und trostreich war. So mußte auch dem heiligen Aloysius von Gonzaga der Befehl ertheilt werden, sich nicht zu lange vor dem hochwürdigsten Gute aufzuhalten. Und wenn er an demselben vorüberging und sich mit süßer Gewalt zu seinem Heilande hingezogen fühlte, so konnte er sich mit größter Mühe nur entfernen, wobei er dann mit zärtlicher Liebe auszurufen pflegte; Weiche von mir, o Herr! ach, weiche doch!" Auch der heil. Franz Xaverius fand vor dem hochwürdigsten Gute seine Erholung inmitten der großen Mühsale, die er in Indien zu ertragen hatte. Nachdem er den Tag der Sorge für die Seelen gewidmet, verwandte er die Nacht auf das Gebet vor dem heiligsten Altarssakramente. Dasselbe pflegte der heilige Franz Regis zu thun, und fand er zuweilen die Kirche geschlossen, so genügte es ihm, wenn auch in Nässe und Kälte, an der Thüre auf den Knieen zu liegen, um so wenigstes aus der Ferne seinem
Dayanm
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