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im Sakramente verborgenen Tröster Gesellschaft zu leisten. In all seinen Nöthen und Bedrängnissen floh der heilige Franz von Assisi zum heiligsten Altarssakramente, um das Vorgefallene seinem Jesus mitzutheilen.
Groß bis zum Uebermaße war die Andacht des Königs Wenceslaus zum hochwürdigsten Gute. In diesem gottseligen Fürsten glühte eine solche Jesusliebe, daß er nicht nur eigenhändig Weizen und Trauben sammelte, um daraus Hostien und Wein zu bereiten und diese dann zum Gebrauche bei der heil. Messe zu vertheilen, sondern auch mitten im Winter und bei dunkler Nacht sich in eine Kirche begab, in welcher das heiligste Altarssakrament aufbewahrt wurde. Bei diesen Besuchen wurde seine schöne Seele von solchen Flammen göttlicher Liebe erfaßt, daß ihre Gluthen sogar auf seinen Körper übergingen, dessen Berührung alsdann dem Schnee seine Kälte zu benehmen schien. Wie uns nämlich im Leben des Heiligen erzählt wird, befahl er aus Mitleid seinem Begleiter, den beim Durchwaten des hohen Schnees heftig fror, ihm unmittelbar zu folgen und in seine Fußstapfen zu treten, worauf der Bediente wirklich keine Kälte mehr empfand. Beim Lesen dieser Besuchungen wirst du auch noch andere Beispiele finden, die dir zeigen, welche Wonne gottliebende Seelen in der Gegenwart des heiligsten Altarssakramentes genossen haben. Ja, du kannst wahrnehmen, daß alle Heiligen für diese süßeste aller Andachten eingenommen waren, da wir ja auf Erden auch keine reichere Freudenquelle, fein wünschenswertheres Gut finden


